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Gottesdienst zum Internationalen Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar 945 wurde das KZ Auschwitz-Birkenau von den Soldaten der Roten Armee befreit. Seit 1996 ist dieser Befreiungstag ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Am Sonntag, dem 29. Januar, findet um 17 Uhr im „Haus der Versöhnung“ im Augustinerkloster ein Gottesdienst statt, zu dem das katholische Bistum und der Evangelische Kirchenkreis Erfurt zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen einladen.

Juden vor allen, aber auch Christen, Sinti und Roma und Kommunisten, Menschen mit Behinderung , Wissenschaftler, Künstler, Dichter, Homosexuelle, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, Journalisten, Kriegsgefangene, Deserteure, Zwangsarbeiter wurden in den Konzentrationslagern umgebracht, Männer, Frauen und Kinder. Gemordet von Menschen, mit industrieller Unerstützung, angeordnet von Nationalsozialisten, hingenommen wie unterstützt von der deutschen Bevölkerung. Grausamkeit, Gemeinheit, Gier, Bosheit, Mord, Lügen, Mitleidlosigkeit – wie durch geöffnete Schleusentore ergossen sich diese Haltungen. Einer der hellsichtigsten Kommentatoren des „Dritten Reiches“, Sebastian Haffner, schrieb darüber, dass die kriminelle Dynamik des NS-Regimes sich darauf richtete, im deutschen Volk Raubtierinstinkte zu wecken und sie in Mordbereitschaft besonders gegen die Juden zu verwandeln.

Warum müssen wir uns erinnern? Weil der Nationalsozialismus „zu einer Menschheitskrise allerersten Ranges“ führte, „in der die physische Existenz der Gattung Mensch in Frage gestellt“ wurde (S. Haffner). Und damit Trauer und Leid um die vielen Opfer ihren Ausdruck finden, damit wir wachsam bleiben und so der Gefahr einer Wiederholung vorgebeugt wird.

Aus der Erinnerung kann sich eine Haltung entwickeln: menschlich, deutlich, treu und mitfühlend. Für vielfältige Lebensmöglichkeiten und Lebensentwürfe einzutreten, ist eine aktuelle Herausforderung. Menschlichkeit, Schutz vor Ausgrenzung und Schutz vor physischer oder psychischer Vernichtung, werden auch in unseren Tagen verhandelt.

27. Januar als Tag der nationalen Besinnung

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages Reinhold Robbe, hat den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum Anlass genommen, sich für den 27. Januar als „arbeitsfreien Zentralen Gedenktag für die Opfer der Hitler-Diktatur“ auszusprechen. Dieser Gedenktag wäre ein wichtiger Beitrag dafür, das Andenken an die Opfer zu erhalten und gleichzeitig alle künftigen Generationen an die spezielle deutsche Verantwortung für Menschenwürde, Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit zu erinnern.

Dieser Vorschlag ist zu begrüßen. Nicht um einen weiteren arbeitsfreien Tag zu genießen. Vielmehr brauchen wir einen Tag der nationalen Besinnung, des Dialogs und der Begegnung. Wenn es gelänge, im Blick auf Fragen wie Aufnahme von Flüchtlingen, Rechte von Minderheiten, Beziehungen zum Staat Israel einen breiten und echten Meinungsaustausch zu organisieren, hätte wir aus der Vergangenheit gelernt!

Audio-Beitrag zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust

Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Heute ist der 27. Januar ein internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Zum Ökumenischen Gedenkgottesdienst im Erfurter Augustinerkloster unter Mitwirkung der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen brachte „Antenne Thüringen“ am Sonntagmorgen (25.01.2015) einen kurzen Beitrag, den Sie hier nachhören können.

„Besa – ein Versprechen.“ Gedenken an die Opfer des Holocaust

Am Sonntag, dem 25. Januar 2015, um 17 Uhr, wird im Haus der Versöhnung des Erfurter Augustinerklosters in einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer des Holocaust gedacht. Das jüdische Gebet El male rachamim (Gott voller Erbarmen), das der „Seelen der Sechs-Millionen Juden, Opfer der Shoah in Europa, ermordet, geschlachtet, verbrannt, umgekommen in Heiligung Deines Namens“ gedenkt, wird dabei von einem Mitglied der Jüdische Landesgemeinde Thüringen gesprochen. Musikalische Beiträge kommen von Schülerinnen und Schülern der Edith-Stein-Schule, dem Geiger Johannes Paul Gräßer sowie Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth.

Unter der Überschrift „Besa – ein Versprechen“ nimmt der GottesdienstPlakat Gedenkgottesdienst 25.Januar 2015 Bezug darauf, dass zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Albanien mehr Juden lebten als zuvor. Es war das Prinzip „Besa“, das dazu führte, dass sich die albanische Bevölkerung in einem außergewöhnlichen Akt weigerte, die Anweisungen der Besatzer zu befolgen und ihnen Listen mit den Namen der Juden auszuhändigen, die unter ihnen lebten. Pfarrer Ricklef Münnich von der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum: „Wer nach dem Prinzip Besa handelt, hält sein Wort; ihm kann man sein eigenes Leben und das seiner Familie anvertrauen. Wenn wir in Deutschland heute den Flüchtlingen, die in Gefährdung ihres Lebens zu uns kommen, solch ein Versprechen gäben – wir hätten etwas aus der Vergangenheit gelernt!“
Zum gottesdienstlichen Gedenken laden der Evangelische Kirchenkreis, das katholische Dekanat und die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen ein.

2005 haben die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. In Deutschland wird er seit 1996 als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Das Datum bezieht sich auf den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945, der sich 2015 zum 70. Mal jährt.