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Anmelden oder draußen bleiben müssen

Gehen müssen oder bleiben? Europas Juden auf der Suche nach Sicherheit und Heimat.
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Rafael Seligmann und Ministerpräsident Bodo Ramelow

passkontrolle_airport_tel_avivEinige Juden verlassen Europa, um in Israel ihre Heimat zu finden. Weitaus mehr Juden aber verlassen ihre europäische Heimat, um in Israel Sicherheit zu finden. In seinem Artikel „Wir gehen! Europas Judentum ist bald nur Geschichte“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT 7/2015 hat Dr. Rafael Seligmann die Zunahme antisemitischer Anfeindungen und Verbrechen in Europa beschrieben mit der Konsequenz: „Die Juden waren – und sind? – Teil der europäischen Identität. Doch das Judentum in Europa ist im Begriff zu erlöschen.“ Nichtjuden und Juden fordert er auf, dieses zu verhindern.

Foto: Passkontrolle bei der Einreise nach Israel im Ben Kurien International
(© Matthias Hinrichsen, israelmagazin.de)

Termin: Dienstag, 3. November 2015, 19:00 Uhr (In Kalender eintragen)
Ort: Thüringer Staatskanzlei, Barocksaal, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt
Anmeldeschluss: 30. Oktober 2015

 Programm:

Begrüßung: Bodo Ramelow, Thüringer Ministerpräsident
Einführung: Dr. Rafael Seligmann, Schriftsteller, Herausgeber der Jewish Voice from Germany

Podiumsdiskussion
Bodo Ramelow, Thüringer Ministerpräsident
Dr. Rafael Seligmann, Schriftsteller, Herausgeber der Jewish Voice from Germany

Moderation: Blanka Weber, Freie Journalistin

Schlusswort: Mechthild Schlichting, Leiterin des Europäischen Informations-Zentrums Thüringen

Musikalische Umrahmung: Svetlana Kundish (Gesang), Franka Lampe (Akkordeon), Johannes Paul Gräßer (Geige)

Die Veranstaltung findet im Rahmen der 23. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur statt.

Anmeldung

Europäisches Informations-Zentrum (EIZ) in der Thüringer Staatskanzlei
Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt

Fax: 0361 37 92 969
E-Mail: martina.uth@tsk.thueringen.de

Anmeldeschluss: 30. Oktober 2015

Flyer Juden in Europa
programmheft.2015.erfurt

Extremisten brennen Kirche in Bethlehem nieder

Mar Charbal-KircheDie maronitische Mar Charbal-Kirche im Wadi Maali Viertel in Bethlehem ist durch ein Feuer teilweise niedergebrannt. Das Feuer sei im zweiten Stock des Klosters ausgebrochen, habe aber Schaden an anderen Teilen des Gebäudes angerichtet. Das berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan in einer kurzen lakonischen Meldung. Verletzte habe es nicht gegeben. Die palästinensische Polizei, die Stromgesellschaft und die Abteilung für Zivilverteidigung hätten eine Untersuchung des Brandes eingeleitet.

Während Präsident Mahmoud Abbas und die palästinensische Regierung eisern schweigen, behauptete der griechisch-orthodoxe Priester Gabriel Nadaf aus Nazareth, dass die Kirche mehrmals von „palästinensischen Extremisten“ bedroht worden sei und dass die in der Nacht zum Sonntag das Feuer gelegt hätten. „Ich verurteile von Herzen die Gleichgültigkeit der palästinensischen Behörde, wenn es um den Schutz christlicher Stätten unter ihrer Kontrolle geht. Ich hoffe, dass die Christenführer, die nach der Brandschatzung der Brotvermehrungskirche in Tabgha demonstriert haben, auch jetzt wegen dieser schrecklichen Tat demonstrieren werden.“

Nadaf beklagte weiter, dass es zahlreiche Attacken gegen christliche Stätten in den palästinensischen Gebieten gegeben habe, dass aber die Autonomiebehörde dazu geflissentlich schweige, weil sie derartige Verstöße gegen die Religionsfreiheit in ihren Gebieten „unter den Teppich“ kehre.

In dem Maali-Viertel zwischen Bethlehem und dem Flüchtlingslager Dehaische gibt es eine hohe Konzentration muslimischer Extremisten angesichts wiederholter Razzien und Verhaftungen durch israelische Soldaten.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat den Brand auf seiner Facebook-Seite kommentiert: „Leider ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem die christliche Gemeinschaft wächst. Woanders werden Christen angegriffen und verfolgt, auch in der palästinensischen Autonomiebehörde, Bethlehem inbegriffen, der Geburtsstätte des Christentums. Auch dort schrumpft die christliche Gemeinde.“ Weiter schrieb Netanjahu: „Falls die Kirche von Extremisten angezündet worden ist, erwarte ich von der Autonomiebehörde, alles in ihren Kräften stehende zu tun, die Verantwortlichen zu fangen, so wie es Israel getan hat nach Angriffen auf Heilige Stätten aller Religionen.“

Vorläufig haben weder internationale Nachrichtenagenturen noch israelische Medien den Brand in Bethlehem aufgegriffen, mit einer Ausnahme. Die Brandschatzung des Klosters in Tabgha am See Genezareth hatte hingegen tagelang große Schlagzeilen gemacht hat, wahrscheinlich, weil extremistische Juden als Täter verdächtigt worden sind. Mehrere radikale Juden wurden verhaftet und warten auf ihren Prozess. Inzwischen hat Staatsanwalt Jehuda Weinstein erklärt, dass der Staat Israel für die Schäden an dem deutschen Benediktinerkloster aufkommen werde.

© Ulrich W. Sahm

Jenaer Oberbürgermeister erklärt die Welt

albrecht-schroeterKlar, dass man als Stadtoberhaupt angesichts der Zahlen der unterzubringenden und zu versorgenden Flüchtlinge schon mal nervös werden kann. Doch Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter  (SPD) scheint die Orientierung gänzlich verloren zu haben.

Laut Ostthüringer Zeitung vom 18. September 2015  machte er die Außenpolitik der USA und Deutschlands, insbesondere „die islamfeindliche US-Politik der vergangenen Jahrzehnte“ für die Flüchtlingskrise mitverantwortlich – anscheinend ohne etwas von dem „Kuschelkurs“ Präsident Obamas gegenüber dem Iran mitbekommen zu haben.

Aber nicht nur das: In der Tradition des klassischen Antisemitismus, der heute als Antiisraelismus daher zu kommen pflegt, tragen die Juden bzw. der Staat Israel die Schuld.

„Deutschland muss seine Rolle im Nahost-Konflikt ändern“, betonte Schröter im Kontext der Flüchtlingskrise. „Es muss aus seiner vornehmen Zurückhaltung gegenüber Israel als Besatzerstaat heraustreten.“

Bereits 2012 hatte sich Jenas Oberbürgermeister weg von der Kommunalpolitik hin zur Außenpolitik begeben, als er eine antiisraelische Boykottaktion unterstützte, mit der die katholische Organisation „pax Christi“ versuchte, den Vertrieb von „Waren aus völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen“ zu verhindern.

Vernünftig lässt sich nicht erklären, wie Albrecht Schröter zur Meinung kommt, ein Umdenken im deutsch-israelischen Verhältnis könne etwas beitragen dazu, dass „dass die Menschen wieder Anreize haben, in ihren Ländern zu bleiben“. So liegt wohl tatsächlich jene „moralische Überheblichkeit“ vor, die Vera Lengsfeld bei Albrecht Schröter diagnostizierte. Sie bezieht sich dabei auf den Holocaust-Überlebenden und Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész. Der schrieb schon vor zehn Jahren: „Europa kapituliert“, „nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam“. „So geht es, wenn Überheblichkeit und Feigheit die beherrschenden Charakterzüge sind.“ Diese erkannte Kertész besonders „jetzt, da Europa sich offen zur Zerstörung Israels bekennt“. (Imre Kertész: Letzte Einkehr, Hamburg, 2015)

Nachtrag am 23.09.2015:

Nachtrag am 28.09.2015: