Vortrag: „Wir und die Anderen“

„Wir und die Anderen: Bezüge zu Nicht-Juden in mittelalterlichen jüdischen Gebetsbüchern“. Zu einem Vortrag unter diesem Titel begrüßt das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt den bekannten Judaisten Prof. Dr. Stefan Reif (Cambridge) am Dienstag, dem 6. Juni 2017, um 18 Uhr, in der „Kleinen Synagoge“.

Wie beziehen sich die Rituale von Juden und Christen aufeinander? Diese Frage, die sowohl der Geschichte als auch der Gegenwart gilt, beschäftigt die Forscher und Forscherinnen am Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ der Universität Erfurt. Dabei steht auch immer die Frage im Raum, was die Juden in der Antike und im Mittelalter eigentlich über die Rituale der Christen wussten und umgekehrt. Kann man direkte Verbindungen zwischen jüdischen und christlichen Ritualen nachweisen? Beziehen sich Rituale vielleicht auch aufeinander, antworten auf die Rituale der jeweils anderen Tradition? Wie werden die jeweils „Anderen“ in den „eigenen“ Ritualen dargestellt?

Der Vortrag in englischer Sprache mit PowerPoint-Präsentation in deutscher Sprache, die die wesentlichen Erkenntnisse Stefan Reifs zusammenfasst, sowie die sich anschließende Diskussionsrunde versuchen auf diese Fragen eine Antwort zu geben.

Prof. Dr. Stefan Reif ist ein international ausgewiesener Spezialist für Judaistik, der vor allem für seine Forschungen zu jüdischer Liturgie und zu den Genizah Manuskripten bekannt geworden ist. Er lehrt und forscht in Cambridge, wo er bis zu seiner Emeritierung der Direktor der Taylor-Schechter Genizah Research Unit an der Cambridge University Library war. Zudem lehrte er als Gastprofessor an der Hebrew University in Jerusalem, der Tel Aviv University, der University of Pennsylvania sowie der George Washington University. Seine Veröffentlichungen, wie zum Beispiel „A Jewish Archive from Old Cairo“ (2000) oder „Jewish Prayer Texts from the Cairo Genizah“ (2015–2016) sind Standardwerke geworden.

 

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