Alle Beiträge von Ricklef Münnich

Tora-Lerntag 2021

Das Lukas-Evangelium:

Jesus und der Tempel

Niemand ist zu beneiden, der in diesen Wochen größere Veranstaltungen plant. Der Beirat für den christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wagt genau das in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. Er lädt ein zum Tora-Lerntag

am 27. Januar 2021, von 9.30 bis 15.30 Uhr

im Landeskirchenamt der EKM, Michaelisstraße 39, in Erfurt.
Max Liebermann, Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Von Max Liebermann gibt es ein berühmtes Bild, das heute in der Kunsthalle Hamburg hängt: „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“.
Als dieses Bild erstmals 1879 auf der Internationalen Kunstausstellung in München präsentiert wurde, gab es einen Aufschrei der Öffentlichkeit. Die Menschen nahmen Anstoß am Realismus. So jüdisch sollte Jesus nicht aussehen. Das war ein Skandal.
Dabei hat Liebermann seine erste Fassung überarbeitet, in dieser trug Jesus noch sehr deutlich zu erkennende Schläfenlocken und schwarze Haare. Aber schon die überarbeitete Version war zu viel. Man war entrüstet, dass ein jüdischer Maler den Sohn Gottes als einen „Judenbengel“ darstellte. Kritiker sahen die Grenze der Blasphemie deutlich überschritten.
Dass der Sohn Gottes aber eben auch ein „Judenbengel“ ist, legt uns allein schon das Lesen der Heiligen Schrift nahe. Insbesondere dem Evangelisten Lukas liegt das Jüdischsein Jesu am Herzen. Und uns auch. Darum herzliche Einladung zum Tora-Lerntag!

Teja Begrich, Beirat für den christlich-jüdischen Dialog der EKM

Das Programm des Studientages, das Vorträge von Rabbiner Jehoschua Ahrens und Prof. Dr. Christfried Böttrich enthält, sowie alle weiteren Informationen können dem Einladungs-Faltblatt entnommen werden:

Eine Anmeldung mit dem folgenden Formular, das auch eine zu unterzeichnende „Erklärung über den Gesundheitszustand“ enthält, ist unbedingt erforderlich:

Die Anmeldung kann per E-Mail an Janine Midkiff geschickt werden.

Ringvorlesung „Jüdisch lernen“

Konzepte und Medien der Bildung im und über das Judentum

Ringvorlesung im Wintersemester 2020/21

Seit heute gelten in Deutschland erweiterte Kontaktbeschränkungen. Daher fallen zahlreiche Veranstaltungen, die im Rahmen des Themenjahres „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ geplant waren, aus – darunter auch die 28. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur.

Es gibt jedoch Ausnahmen, vor allem im digitalen Bereich. So beginnt am Dienstag, dem 3. November 2020, die danach wöchentlich stattfindende Ringvorlesung zum Thema „Jüdisch lernen. Konzepte und Medien der Bildung im und über das Judentum“ der Universität Erfurt in Kooperation mit dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. und anderen.

Jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr können Sie die Vorträge im Livestream auf dem Youtube-Kanal der Universität Erfurt verfolgen. Im Anschluss sind sie dort im Archiv zu finden und nachzuschauen.

Wir laden Sie ein, die Vorträge direkt unter dem Link https://youtu.be/AaEoJzt-MCE zu verfolgen.

Weitere Informationen gibt es hier mit einer Programmübersicht. Das Veranstaltungsplakat lässt sich unter diesem Link finden und laden.

Europäische Werte. Jüdisch-christliche Wurzeln

Vortragsreihe

Auf Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 28. Oktober 2020 muss die Vortragsreihe leider zu diesem Zeitpunkt abgesagt werden und entfallen.

Am 9. Oktober 2020 jährte sich der antisemitisch-terroristische Anschlag auf die Synagoge von Halle (Saale) an Jom Kippur 2019. Weitere Angriffe auf Jüdinnen und Juden folgten.

Als eine Initiative zur Prävention solcher rassistisch-extremistischen Gewalt lädt die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen in Kooperation mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, dem Katholischen Forum im Land Thüringen und dem Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein zu einer ersten Staffel ihrer Vortragsreihe.

Wir laden dazu ein in das Kultur- und Bildungszentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Juri-Gagarin-Ring 21, 99084 Erfurt

Montag, 9. November 2020, 19 Uhr

„Kristallnacht“. Wie umgehen mit dem Scherbenhaufen der Europäischen Werte?

Pfr. Ricklef Münnich

Mittwoch, 18. November 2020, 19 Uhr

Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude“. Felix Mendelssohn und Anton Rubinstein – zwei jüdische Universalmusiker und Europäer

Prof. Dr. Jascha Nemtsov

Montag, 23. November 2020, 19 Uhr

Jüdische Lebenswelten im Mittelalter

Dr. Maria Stürzebecher

Montag, 30. November 2020, 19 Uhr

Europäische Werte – Prophetische Strenge. Der Ruf nach Gerechtigkeit bei Israels Propheten und in der modernen Welt

Prof. Dr. Christoph Bultmann

Die Reihe wird gefördert durch den LAP Erfurt / Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, des Thüringer Landesprogramms „Denk bunt“ für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sowie die Stadt Erfurt.

Ein Plakat zur Veranstaltungsreihe kann hier geladen werden.

Chag sukkot sameach!

Der Etrog als Symbol der jüdisch-israelischen Kulturtage in Thüringen

Die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur haben sich in diesem Jahr den Etrog als Symbol gewählt. Er ist Teil der „vier Arten“, die zusammengebunden den Feststrauß bilden, der während des Laubhüttenfestes im Morgengebet geschwenkt wird. 

Diese Zitronatfrucht sieht aus wie eine Zitrone, die unter Furunkeln leidet, ihre Oberfläche ist pockig. Auch darum passt sie zu Sukkot. Dieses Fest erfüllt das Gebot „Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen“ (3. Buch Moses 23, 42). Das geschieht, „damit eure Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe lassen in Hütten wohnen, da ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der Herr, euer Gott.“

Im Talmud wird diskutiert, was das bedeutet. In Sukka 11b sagt Rabbi Akiva, es geht wirklich um Hütten (רבי עקיבא אומר סוכות ממש), um armselige und provisorische Hütten, in denen es (auf jeden Fall in Deutschland) zugig und kalt sein und hereinregnen kann. 

In diesem Jahr verstehen wir das kaum anders, als dass trotz aller notwendigen und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen für Jüdinnen und Juden in Deutschland die relative Unbehaustheit einer Hütte bleibt auf dem Weg aus Ägyptenland, dem Land der Knechtschaft, hindurch durch die Wüste bis hinein ins Land der endgültigen Erlösung. 

Ein bisschen weniger Wüste schon jetzt wäre gut. Deshalb ist nicht nur Polizeischutz erforderlich, sondern auch unser aller Gebet und unser daraus folgendes Handeln: Mögen Juden in Deutschland und Israel und in der Welt sicher und bewahrt bleiben! Mögen diejenigen, die den Terror bekämpfen, wachsam werden! Mögen diejenigen, die Terror anstacheln, ihr Denken und ihre Wege ändern! Mögen all die, die unbeteiligt zuschauen und abwiegeln, endlich ein Rückgrat bekommen! 

חג סוכות שמח

Ein fröhliches Laubhüttenfest!

Jom Kippur 5780 in Halle (Saale)

Soeben ist der höchste jüdische Feiertag, der Versöhnungstag, zu Ende gegangen. Der Jom Kippur ist ein Bußtag, an dem 25 Stunden gefastet wird. Viele Jüdinnen und Juden gehen in die Synagoge, selbst wenn sie das übrige Jahr keine religiösen Traditionen praktizieren. Die Gottesdienste dauern recht lang – was soll man auch anderes tun als beten, wenn Essen und Trinken nicht auf dem Tagesplan stehen.

In diesem jüdischen Jahr 5780 sind die Juden in Halle (Saale) von der Polizei aus dem Gottesdienst geholt und mit Bussen weggefahren worden. Die vorgeschriebenen Gebete konnten nicht abgeschlossen werden!

Es drohte Lebensgefahr. Gemeindevorsteher Max Privorozki: „Wir haben in der Sicherheitskamera gesehen, dass ein Mann versucht hat, sich Zugang zu der Synagoge mit Hilfe von Waffen zu verschaffen. Er hatte ein Gewehr, hat Granaten geworfen, Molotow-Cocktails. Aber Gott sei Dank hat er es nicht geschafft, reinzukommen.“ Stattdessen tötete er eine Frau vor dem nahen jüdischen Friedhof und eine weitere Person in einem Imbiss-Laden.

An Jom Kippur wird in den Gottesdiensten der (Nicht-)Opferung Isaaks gedacht. Die „Akedat Jitzchak“, die Bindung Isaaks, ist ein zentraler Text für den Tag. Das Widderhorn, das Schofar, das an diesem Tag in den Synagogen geblasen wird, erinnert an den Widder, der an Stelle Isaaks geopfert wurde.

Isaak wurde bewahrt – wie heute die etwa 60 Beterinnen und Beter in der Hallenser Synagoge bewahrt wurden. Da der Täter es aber todernst meinte, denken wir traurig an die Gemordeten und unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden.

In der Geschichte der Halleschen jüdischen Gemeinde war die Bewahrung eher Ausnahme als Regel (Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum):

  • Zu Beginn des 13.Jahrhunderts soll die jüdische Siedlung, das „Judendorf“ von Christen in Brand gesteckt und seine Bewohner vertrieben worden sein.
  • Die Pestjahre von 1348/1349 forderten unter den Juden in Halle zahlreiche Opfer. Der Rest wurde vertrieben.
  • Gegen Ende des 14.Jahrhunderts gerieten die Juden unter den Verdacht der Brunnenvergiftung; dies hatte zur Folge, dass der Pöbel die Judenhäuser stürmte, diese zerstörte und viele Bewohner umbrachte.
  • Als der Hallesche Stadtrat auf Betreiben des Theologen Nikolaus von Kues die Juden zwang, ihre Geldgeschäfte aufzugeben und besondere Abzeichen zu tragen, waren sie ihrer Lebensgrundlage beraubt und kehrten der Stadt den Rücken.
  • 1493 wurden erneut alle Juden aus Halle gewaltsam vertrieben.
  • Die Hallesche Synagoge – am Großen Berlin unweit des alten Marktes gelegen – wurde 1724 „bei einem Tumulte vom Volk gestürmt“ und dabei fast völlig zerstört.
  • In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge am Großen Berlin erneut in Brand gesetzt, ihre Inneneinrichtung völlig vernichtet und das Gemeindehaus geschändet.
  • Bis 1941 sind vermutlich zwei Drittel der in Halle ansässigen Juden gezwungenermaßen emigriert; die meisten der fast 600 Personen nach Shanghai, England, in die USA und nach Palästina.
  • In mehreren Transporten wurden die Zurückgebliebenen bis Dezember 1942 in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. In Halle erinnern heute mehr als 100 Stolpersteine an diese Menschen.

Hatten wir nicht in den vergangenen Jahrzehnten gedacht, die Bedrohung von Menschen in Halle allein aus dem Grund, dass sie Juden sind, sei vorüber?

„Modernes Israel“ | Jüdisch-Israelische Kulturtage stellen Programm vor

Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur
vom 30. Oktober bis 16. November 2019

Das moderne Israel steht im Fokus der 27. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur. Eine große Zahl israelischer Musiker, Künstler und Vortragsredner werden zu Gast in Thüringen sein um mit ihren Konzerten, Performances, Vorträgen und Ausstellungen ein reiches Bild vom Leben in Israel zu zeichnen. „Die Leistungen der israelischen Gesellschaft sowie der Reichtum und die Multikulturalität der Kultur in Israel sind ungemein faszinierend. Es gibt sehr viel zu entdecken. Wir möchten das oft recht einseitige Bild, das in Deutschland vom jüdischen Staat besteht erweitern“, so der künstlerische Leiter der Kulturtage, Michael Dissmeier.

Neben dem Themenschwerpunkt werden die Kulturtage sich dem Erinnern und Gedenken der Schoa widmen und vom jüdischen Leben in Deutschland erzählen – in Vergangenheit und Gegenwart.

Die Festivalbesucher erwartet in 24 Städten und Orten Thüringens ein 100 Veranstaltungen umfassendes Programm mit Konzerten, Ausstellungen, Filmen, Lesungen, Vorträgen und vielem mehr.

Die jüdisch-israelischen Kulturtage in Thüringen stehen unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Er wird sie mit dem Konzert von Noam Vazana, „18 Aliyot“, am 30. Oktober, um 19 Uhr, in der Rathaushalle von Mühlhausen eröffnen.

Hinter dem Titel „18 Aliyot“ verbirgt sich eine musikalische Reise durch die Geschichte der Einwanderungswellen („Aliyot“) nach Israel. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute unternah- men die unterschiedlichsten jüdischen Volksgruppen ihre Aliyah, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen. Alle zusammen prägen heute das Leben im bunten, multikulturellen Staat Israel. Jeder der historischen Einwanderungswellen hat Noam Vazana ein Lied gewidmet.

Der Kartenvorverkauf für diese und die weiteren Veranstaltungen der Kulturtage hat bereits begonnen:
Ticket-Shop Thüringen
Tickethotline 0361/2275227.

Das Programm der 27. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur ist abrufbar unter: juedische-kulturtage-thueringen.de.

Zelt der Begegnung

Im Gespräch mit Mose, Elia und Jesus

zu den Jüdisch-Christlichen Begegnungstagen Eisenach,
20. und 21. September 2019, 11 bis 17 Uhr

„Beseitigung“ des Gesprächs mit dem jüdischen Volk und des Lernens vom Judentum waren Ziele des kirchlichen „Entjudungsinstituts“ 1939 bis 1945. Dabei war doch Jesus selber in intensiver Auseinandersetzung mit der Tora! Die Evangelien berichten, er sei auf einem hohen Berg im Gespräch mit Mose, dem Geber der Tora, und mit Elia, dem prophetischen Künder, gewesen – so ausführlich, dass seine wartenden Schüler währenddessen einschliefen… 

Die Zeit des Schlafes im jüdisch-christlichen Verhältnis sollte nun drüber sein! Es wird Zeit für den Vorschlag von Petrus: „Hier ist für uns gut sein; wir wollen Zelte der Begegnung bauen!“

Warum ein Zelt? „…dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Israeliten habe in Zelten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland führte,“ sagt Gott. Keine feste Wohnung im Gespräch zu haben bedeutet, keine eingemauerten Wahrheiten zu besitzen, sondern miteinander unterwegs zu sein. 

Am Ende der Bibel wird versprochen: „Siehe da, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein.“ Dorthin sind wir unterwegs. Im Zelt der Begegnung wollen wir von Mose, Elia und Jesus lernen. Damit die „Vergegnung“ früherer Zeiten ein Ende hat…

Im „Zelt der Begegnung“ soll der von Mose (Tora), Elia (Propheten) und Jesus (Evangelium) gemäß der biblischen Berichte (»Verklärung Jesu«) geführte Dialog erneuert werden – freilich mit den jahrhundertelangen Erfahrungen christlich-jüdischer Entfremdung sowie unter den Bedingungen der Gegenwart in einer der säkularisiertesten Gegenden Europas. 

Zu den Jüdisch-Christlichen Begegnungstagen Eisenach am 20. und 21. September 2019, jeweils zwischen 11 und 17 Uhr, im Zelt auf dem Lutherplatz mit dabei sind Rabbiner Andrew Aryeh Steiman (Frankfurt/Main) und Rabbiner Dr. Walter Rothschild (Berlin). Auf christlicher Seite wirken mit Prof. Dr. Peter von der Osten-Sacken (Berlin) und Pfarrer i.R. Ricklef Münnich (Erfurt).

AlefBet – Das Fundament der Welt. Vom Sinn der hebräischen Buchstaben

Vortrag Pfarrer i.R. Ricklef Münnich

Im digitalen Zeitalter hat eine neue Auseinandersetzung um Wort und Wahrheit begonnen. Die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen lädt daher in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen und der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen in diesem Jahr zu einer dreiteiligen Reihe ein, die auf die Bedeutung der Schrift & Sprache im jüdischen Leben hinweisen will.

Die Veranstaltungen finden statt im Kultur- und Bildungszentrum der jüdischen Gemeinde, Juri-Gagarin-Ring 21 – dem Erfurter Hirschgarten gegenüber gelegen.

Am dritten und letzten Abend, am Mittwoch, dem 21. August 2019, um 19 Uhr, spricht Pfarrer i.R. Ricklef Münnich über die Bedeutung der hebräischen Schriftzeichen.

Das hebräische AlefBet

Die Buchstaben stellen in der hebräischen Sprache zugleich die Zahlen dar. Neben den Zahlenwerten haben sie auch Namen. Die geschriebene Tora, eine Schriftrolle, besteht hebräisch ganz aus Konsonanten. Diese bilden zusammen die Worte an Mose vom Sinai. Die Vokale und die Melodie der verschiedenen Betonungen und Aussprachen bringen die geschriebenen Worte zum Leben und heute für uns ins Leben.

Einen Einladungsflyer gibt es zum Download hier.

Verwoben. Jiddische Sprache und Jüdische Lebenswelten

Vortrag von Dr. Diana Matut

Im digitalen Zeitalter hat eine neue Auseinandersetzung um Wort und Wahrheit begonnen. Die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen lädt daher in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen und der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen in diesem Jahr zu einer dreiteiligen Reihe ein, die auf die Bedeutung der Schrift & Sprache im jüdischen Leben hinweisen will.

Die Veranstaltungen finden statt im Kultur- und Bildungszentrum der jüdischen Gemeinde, Juri-Gagarin-Ring 21 – dem Erfurter Hirschgarten gegenüber gelegen.

Dr. Diana Matut
(Foto: Antje Seeger)

Am zweiten Abend, am Mittwoch, dem 3. Juli 2019, um 19 Uhr, spricht Dr. Diana Matut, Lehrkraft am Seminar für Judaistik/Jüdische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, über die Lebens- und Gestaltungskraft der jiddischen Sprache und ihre Beduetung für das Leben und Überleben der jüdischen Gemeinschaft.

Geschichte, Kultur und Identität osteuropäischer Jüdinnen und Juden waren und sind mit der jiddischen Sprache aufs Engste verbunden. Dabei begann die Entwicklung des Jiddischen vor über tausend Jahren im Westen Europas und war verwoben mit der Genese der jüdischen Gemeinschaften. Jiddisch und Jiddischkejt (jüdische Lebensweise, das Jüdisch-Sein) waren ohne einander nicht denkbar.

Dieser Vortrag will nicht nur zur Geschichte des Jiddischen Auskunft geben, sondern dessen umfassende kulturelle Bedeutung in verschiedenen jüdischen Lebenswelten durch die Jahrhunderte bis in unsere Zeit darstellen.

Download des Plakates hier…

Der nächste Termin der Reihe „Schrift & Sprache“:

  • Mittwoch, 21. August 2019, 19 Uhr: Pfarrer i.R. Ricklef MünnichAlefBet – Das Fundament der Welt. Vom Sinn der hebräischen Buchstaben

Die Bibelübersetzung von Moses Mendelssohn


Vortrag von Landesrabbiner Alexander Nachama

Im digitalen Zeitalter hat eine neue Auseinandersetzung um Wort und Wahrheit begonnen. Die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen lädt daher in Zusammenarbeit mit der Jüdische Landesgemeinde Thüringen in diesem Jahr zu einer dreiteiligen Reihe ein, die auf die Bedeutung der Schrift & Sprache im jüdischen Leben hinweisen will.

Die Veranstaltungen finden statt im Kultur- und Bildungszentrum der jüdischen Gemeinde, Juri-Gagarin-Ring 21 – dem Erfurter Hirschgarten gegenüber gelegen.

Landesrabbiner Alexander Nachama

Am ersten Abend, am Mittwoch, dem 19. Juni 2019, um 19 Uhr, nimmt Landesrabbiner Alexander Nachama die Übersetzung der Bibel durch Moses Mendelssohn in den Blick.

In der Festschrift für Niels Hansen (ehemals deutscher Botschafter in Israel) „Recht und Wahrheit bringen Frieden“ (1994) notiert Josef Burg: „In seinem Vorwort zur ersten Auflage am Neumondstag des Monats Nissan 1783 schreibt Mendelssohn: ‚Und es war, als Gott mir Söhne gab und die Zeit herankam, sie Thora zu lehren und das geschriebene Wort des lebendigen Gottes – da begann ich die fünf Bücher der Thora in ein gepflegtes und korrektes Deutsch zu übersetzen, entsprechend dem heutigen Sprachgebrauch.‘ Im letzten Abschnitt dieses Vorworts betont Mendelssohn den Wert des hebräischen Sprachunterrichts im jugendlichen Alter. Es gebe nichts Besseres als die Knaben täglich in der Schule in den Grundlagen des Hebräischen zu unterrichten , ‚wie es beherzte Menschen in manchen der heiligen Gemeinden Israels eingeführt und gegründet haben.‘ 1784!

Das war Mendelssohns Absicht und Plan zur Fundierung jüdischen Wissens und zur Fortsetzung jüdischer Existenz. Der Gang der Geschichte Europas, Deutschlands, der Juden war ein anderer, bitter und grausam – für die Individuen und für das Kollektiv.“

Download des Plakates hier…

Die weiteren Themen und Termine der Reihe „Schrift & Sprache“:

  • Mittwoch, 3. Juli 2019, 19 Uhr: Dr. Diana Matut (Halle/Saale), Verwoben. Jiddische Sprache und Jüdische Lebenswelten
  • Mittwoch, 21. August 2019, 19 Uhr: Pfarrer i.R. Ricklef MünnichAlefBet – Das Fundament der Welt. Vom Sinn der hebräischen Buchstaben