„Das Wort sie sollen lassen stahn…“ Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin in der Georgenkirche Eisenach

Erstmals predigt Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin in der Georgenkirche Eisenach. Damit beginnt die Predigtreihe „Das Wort sie sollen lassen stahn…“ Martin Luther

Zu einem Gottesdienst in die Georgenkirche lädt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eisenach am Sonntag, den 11. Oktober um 10 Uhr ein.

IMG_7457Rabbiner Dr. h.c. Tovia Ben-Chorin predigt über ein Wort des Tobitbuches aus jüdischer Perspektive. Es gehört zu den 12 Sprüchen des Alten Testamentes und der alttestamentlichen Apokryphen, die 1940 durch Verse des Neuen Testaments an der Emporen der Georgenkirche ersetzt wurden.

Vermutlich wollte man damit zeigen, dass der christliche Glaube losgelöst von seinen jüdischen Wurzeln leben kann. Das ist ein Irrtum, denn er gründet sich auf die Tora und ihre Apokryphen. Das sind die Heiligen Schriften, mit denen auch der Jude Jesus von Nazareth vertraut war. Deswegen gehören sie untrennbar mit dem Neuen Testament zum Wahrheitsraum, aus dem christliche Identität lebt und sich bildet.

„Das Wort sie sollen lassen stahn…“ Mit der Predigtreihe im Oktober werden vier der ersetzen Sprüche im Gottesdienst ausgelegt. Jüdische und ökumenische Stimmen sind eingeladen, über sie zu predigen. Damit möchte die Evang.-Luth. Kirchengemeinde in Eisenach zum Ausdruck bringen, dass sie von allen Büchern der Bibel lebt und sie zur reichen und lebendigen Tradition der Kirche gehören. Pfarrer Johannes Sparsbrod führt liturgisch durch den Gottesdienst.

Dr. Tovia Ben-Chorin hat seine Beteiligung an der Predigtreihe sofort zugesagt. „Ich fühle mich persönlich mit Eisenach tief verbunden, besonders weil Avital Ben-Chorin, die zweite Frau meines Vaters, Schalom Ben-Chorin, gebürtige Eisenacherin ist und seit 2012 Ehrenbürgerin der Stadt. Als Förderer des „House of One“ in Berlin liegt mir das Gespräch zwischen Juden, Christen und Muslimen sehr am Herzen“, betonte er.

Ben-Chorin wurde 1936 in Jerusalem geboren und studierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem Bibelstudien und Jüdischer Geschichte. Nach einer Ausbildung am Hebrew Union College, Cincinnati, wurde er 1964 zum Rabbiner ordiniert. Anschließend absolvierte er ein Zusatzstudium der Halacha. Dr. Ben-Chorin wirkte als Rabbiner in Ramat-Gan (Israel), Manchester, (England), in der Har El Gemeinde in Jerusalem, sowie in der Jüdischen Liberalen Gemeinde Or Chadash in Zürich. Von 2009-2014 war er Rabbiner in Berlin. Derzeit lebt er in der Schweiz und arbeitet in gleicher Position in der jüdischen Gemeinde von St. Gallen.

Seit vielen Jahren engagiert sich Tovia Ben-Chorin im jüdischen-christlichen-muslimischen Trialog. 1989 erhielt er die Ehrendoktorwürde vom Hebrew Union College, Cincinnati. Seit 1999 der ist er Direktoriumsmitglied des Abraham Geiger Kollegs. Er ist verheiratet mit Adina Ben- Chorin und hat mir ihr zwei Kinder und fünf Enkelkinder. Ein Sohn führt die Familientradition als Rabbiner in Israel fort.

Am Samstag, den 10. Oktober um 19.30 Uhr findet in der Annenkirche in Eisenach ein Gemeindeabend mit Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin statt.

Die Predigtreihe in der Georgenkirche wird fortgesetzt am 18.10.15 mit Kathrin Oxen, Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur in Wittenberg.

Zum Download finden Sie hier das komplette Programm der vier Predigten in der Eisenacher Georgenkirche. Die Reihe endet am Reformationstag mit einer Predigt von Dr. Johannes Wachowski.

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