Geistliche Gerichtsbarkeit und Juden

Geistliche Gerichtsbarkeit und Juden:
Der Prozess des Klosters Paulinzella gegen vier Juden aus Querfurt (1311–1316)

So lautet der nächste Vortrag in der Reihe „Arain!“ der Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte, in Kooperation mit der Stadt- und Regionalbibliothek.

Am 7. Oktober um 19:30 Uhr ist Dr. Jörg Müller vom Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier in der Stadt- und Regionalbibliothek am Domplatz 1 zu Gast.

a8450a7e780aa7677b3bf730abeb99f5Auf Bitten des Abts des thüringischen Benediktinerklosters Paulinzella wurde im Jahre 1311 durch Papst Clemens V. eine Untersuchung der Anschuldigungen gegen vier jüdische Brüder aus Querfurt veranlasst, bei denen sich der Verwalter des umfangreichen klösterlichen Besitzes verschuldet hatte.

Ein Konvolut von etwa zwanzig erhaltenen Schriftstücken aus Paulinzella gewährt einzigartige Einblicke in das langwierige Gerichtsverfahren und damit in die Praxis der seit dem Ende des 13. Jahrhunderts nachgewiesenen Prozesse gegen jüdische „Wucherer“ vor geistlichen Gerichten.

Dr. Jörg Müller ist seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Projekt „Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich“. Moderiert wird der Abend von Prof. Karl Heinemeyer, ehem. Universität Erfurt.

Der Eintritt ist frei.

fittosize_85_700_350_c3910fb180ac1766a226e761bcb648de_titel_arainIn der Reihe „Arain!“ werden in monatlichen Abständen Themen vorgestellt, die einen Bezug zur jüdischen Geschichte der Stadt Erfurt haben bzw. diese in einen größeren wissenschaftlichen Kontext stellen. Zusätzlich werden Schlaglichter auf das globale Welterbeprogramm der UNESCO geworfen.

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