Handreichung zum israelbezogenen Antisemitismus

israelbez_antisemitismus_301Antisemitische Sprechchöre, körperliche Übergriffe, Anschläge auf Synagogen: Wenn der Nahost-Konflikt eskaliert, zeigt sich, wie schnell Antisemitismus in Deutschland wieder an die Oberfläche kommen kann. Eine neue Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich mit israelbezogenem Antisemitismus und bietet Hilfestellungen zum Umgang.

Während des Gaza-Krieges im Juli letzten Jahres beschmierte ein Unbekannter die Dresdner Synagoge. Er sprühte auf einer Länge von zehn Metern den Spruch „Stop killing people“ in schwarzer Farbe an die Fassade. Wenige Tage später in Nürnberg: Nach einer Anti-Israel-Demonstration stürmten mehrere Hundert Teilnehmer den Hauptbahnhof, um in den vermeintlich „jüdischen“ Burger-King- und McDonald’s-Filialen gegen den Krieg zu protestieren. Ein bei Youtube eingestelltes Video zeigt, wie die Massen durch den Bahnhof laufen und Parolen wie „Kindermörder Israel“ skandieren. Der antisemitische Charakter und der Bezug zu Israel ist nicht für alle auf den ersten Blick ersichtlich.

Gerade in der pädagogischen Arbeit stellen sich in diesem Zusammenhang große Herausforderungen gegenüber: Wo fängt der Antisemitismus in Bezug auf Israel genau an? Wie kann pädagogisch gegen (israelbezogenen) Antisemitismus vorgegangen werden, sowohl präventiv als auch bei einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts? Inwiefern spielt Rassismus eine Rolle bei der öffentlichen Fokussierung auf den Antisemitismus aus muslimisch sozialisierten Milieus? Welchen Stellenwert haben Soziale Netzwerke für den Antisemitismus und wie kann eine pädagogische Arbeit darauf reagieren?

Diese und weitere Fragen behandelt die neue Broschüre „Kritik oder Antisemitismus. Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“. Sie richtet sich sowohl an pädagogische Fachkräfte wie auch an Personen, die im Beruf oder Alltag mit einigen der aufgezählten Fragen konfrontiert werden und sich damit alleingelassen oder überfordert fühlen. Unsere Publikation gibt eine übersichtliche und praxisnahe Hilfestellung an die.

Ein Schaubild zum Erkennen von israelbezogenem Antisemitismus steht hier zum Download.(PDF-Dokument, 1.5 MB)

Die Broschüre steht hier zum Download bereit.(PDF-Dokument, 2.6 MB)

Inhalt

Einleitung

Hintergrund, Analyse und Begrifflichkeiten

Israelbezogener Antisemitismus – ein überladenes Problem
Anetta Kahane

Wie unterscheide ich Kritik von israelbezogenem Antisemitismus?
Jan Riebe

Fallbeispiel

Taktische Solidarität. Rechtspopulistische und neonazistische Positionierungen zum Antisemitismus
Heiko Klare/Michael Sturm

Pädagogische Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten

Antisemitismus in Sozialen Netzwerken – ein Fachgespräch
Interview mit Johannes Baldauf und Judith Rahner

»Gefällt mir (nicht)«. Facebook-Monitoring zu Postings von Jugendlichen während des Gaza-Krieges
Judith Rahner

»Nichts gegen Juden«. Ein Online-Tool gegen Antisemitismus in Sozialen Netzwerken
Jan Riebe

Aussteigen aus antisemitischen Differenzkonstruktionen
Heike Radvan

Was tun bei (israelbezogenem) Antisemitismus? – Pädagogische Tipps
Jan Riebe

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