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Israelreise ACHAVA unterwegs „Vom alten zum neuen Migrantenland“

Die Vorbereitungen für die diesjährigen ACHAVA Festspiele laufen auf Hochtouren. Die Eröffnung ist am 31. August im alten Erfurter Heizwerk.

Die 3. ACHAVA Festspiele Thüringen bieten viele neue Entdeckungen und Spannendes. Darüber berichtet jetzt WELT.de in einem Sonderthema.
In der Gesamtauflage der morgigen „WELT am SONNTAG“ erscheint eine Sonderbeilage zum Festival. Also auf zum Zeitungskiosk!

Gedruckt oder online – hingewiesen wird stets auch auf das neue Reise-Projekt „ACHAVA unterwegs“. Noch sind einige Plätze frei bei der Israelreise »Vom alten zum neuen Migrantenland« vom 21.  – 29. November 2017.

Das 9-tägige Programm führt durch ganz Israel und zeigt auch Orte und Projekte abseits der üblichen Touristenpfade. Neben Besuchen unter anderem in Tel Aviv, Hebron, Jerusalem, dem Toten Meer und Haifa, steht die Begegnung mit Israelis und Palästinensern im Mittelpunkt, die sich für junge Menschen, für Wege zur Versöhnung und auch für Migranten engagieren.

Der „rote Faden“ dieser einzigartigen Israelreise: Nahezu die gesamte Bevölkerung Israels hat einen „Migrationshintergrund“ – sei es aufgrund der Verfolgungsgeschichte im 20. Jahrhundert, sei es in der Folge des Endes der Sowjetunion oder sei es als Flüchtling geschuldet den vergangenen Kriegen im Mittleren Osten und um die Staatsgründung Israels.

Ein Faltblatt mit allen wichtigen Informationen zu dieser einzigartigen Reise findet sich hier.

Yair Dalal: We-ahavta – „Und du liebst”

Yair Dalal
Yair Dalal (Foto: YouTube)

„Music strengthens the beauty that exists in human soul“ – Musik lässt die Schönheit der menschlichen Seele hervortreten. Sagt Yair Dalal.

Er ist israelischer Komponist und Musiker mit irakischen Wurzeln. Oud und Geige sind seine bevorzugten Instrumente, zu denen er auch singt.

In den letzten zehn Jahren hat Yair Dalal 14 Alben veröffentlicht, die israelische, jüdische sowie arabische Kulturen des Mittleren Ostens repräsentieren und verschmelzen. 2011 hat er „geistliche Musik von Sehnsucht und Liebe“ unter dem Titel ואהבת – we-ahavta: „Und du liebst“ – eingespielt.

An dieser Stelle mache ich auf dieses zauberhafte Album natürlich auch aufmerksam, weil es denselben Namen trägt wie meine Unternehmung von Israelreisen „ahavta – Begegnungen“.

Brückenbauer wollen beide sein. Doch Yair Dalal ist der Meister. Einen großen Teil seiner Zeit wirdmet er dem Versuch, Brücken des gegenseitigen Verstehens und der Kreativität zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen, speziell zwischen Juden und Arabern. 1994 spielte und sang er mit je einem israelischen und einem palästinensischen Kinderchor „Zaman el Salaam“ bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an den israelischen Premierminister Yitzhak Rabin, Außenminister Shimon Peres and und den Vorsitzenden der PLO, Jassir Arafat.

Die wirklich großartige Nachricht ist, dass Yair Dalal Teilnehmer und Musiker beim Yiddish Summer Weimar 2017 ist.

Er war dabei beim Eröffnungskonzert mit dem KADYA Jugendchor, einem bahnbrechenden neuen deutsch-israelischen Gemeinschaftsprojekt, am 15. Juli. Er spielte beim DozentInnenkonzert des Instrumentalworkshops, einem der alljährlichen Höhepunkte des Yiddish Summer, am 16. Juli. Auch beim Abschlusskonzert des Instrumentalmusik Workshop „The Other Israel“ am 22. Juli in Weimar nahm Yair Dalal teil.

Höhepunkt wird aber gewiss sein Konzert unter dem Titel „V’ahavta… – Und du sollst lieben…“ am 27. Juli, um 20 Uhr, in der Erfurter Alten Synagoge sein, das Yair Dalal gemeinsam mit Yagel Haroush bestreitet.

Die Ankündigung des Konzertabends sagt:
„In diesem Konzert treffen zwei der wichtigsten Protagonisten der israelischen Musikszene aufeinander. Yair Dalal, einer der bekanntesten Musiker Israels, setzt sich seit dem Beginn seiner Karriere für das musikalische Erbe der irakischen Juden ein. Yagel Haroush ein junger Sänger und Instrumentalist, der bereits im vergangenen Jahr das Publikum des YSW begeistert hat, steht für das marokkanisch-jüdische Erbe. Beide gemeinsam entfachen ein virtuoses Feuerwerk an spirituellen Melodien und Liedern, die von Sehnsucht und Liebe berichten.
Ein einmaliger Konzertabend, exklusiv für YSW goes Erfurt!“

„Zwischen Schtetl und Judería. Aschkenasische und sephardische Musik“

Vom 14. bis 16. Juni 2017 führt das Research Centre des Max-Weber-Kolleg Erfurt „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ an der Universität Erfurt eine Tagung zum Thema „Shared Ritual Practices and Divided Historiography: Media, Phenomena, Topoi“ durch.

Das Research Centre lädt im Rahmen dieser Tagung am Mittwoch, dem 14. Juni, um 19 Uhr, zu einem öffentlichen Konzert mit Vortrag in den Erfurter Rathausfestsaal ein:

Tehila Nini Goldstein & Jascha Nemtsov: „Zwischen Schtetl und Judería. Aschkenasische und sephardische Musik“

Tickets für 10 € bzw. 5 € für Studierende sind an der Abendkasse und in der Erfurt Tourist Information, Benediktsplatz 1, erhältlich.

Die Sopranistin Tehila Nini Goldstein ist mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Erklingen wird ein Repertoire, das man sonst kaum zu hören bekommt: eine Auswahl aus dem Zyklus „Coplas sephardies“ von Alberto Hemsi, sowie Lieder der Komponisten der Neuen Jüdischen Schule. Es handelt sich dabei um anspruchsvolle Stücke für das Konzertrepertoire, die auf Elementen der sephardischen bzw. jiddischen Musikfolklore basieren und zum großen Teil noch nie in Deutschland aufgeführt wurden.

Begleitet wird Frau Goldstein von Jascha Nemtsov (Klavier). Prof. Nemtsov wird, im Konzert verteilt, einen Vortrag zum Thema „Alberto Hemsi (1898-1975) und die Entwicklung der jüdischen Kunstmusik im 20. Jahrhundert“ halten.

Alberto Hemsi (1898–1975) wurde in einer jüdischen Familie in Smyrna (heute: Izmir) in der Türkei geboren. Nach seinen Studien an der Société Musicale Israélite in Izmir und am Konservatorium in Mailand lebte er in Ägypten. Er beschäftigte sich mit der Musikfolklore verschiedener Völker des östlichen Mittelmeerraumes, in seinen Werken benutzte er Elemente arabischer, türkischer, armenischer und jüdischer Musik. Hemsi bemühte sich um eine Synthese traditioneller orientalischer Musik mit westlicher Kunstmusik. Er hatte Ende der 1920er Jahre in Alexandria den Musikverlag „Edition orientale de musique“ gegründet, in dem neben seinen eigenen Werken auch Kompositionen anderer in Ägypten lebender Autoren, darunter Jenö Takacs, erschienen.

Sein Lebenswerk ist die Sammlung aus 10 Heften „Coplas sefardies“ (1932–1973) mit 60 Kompositionen für Gesang und Klavier auf der Grundlage sephardischer Lieder, die Hemsi auf seinen ethnologischen Expeditionen in der Türkei (in Anatolien, Smyrna und Istanbul), auf der Insel Rhodos und in Saloniki gesammelt hatte. Diese 60 Stücke sind zwischen 1932 und 1973 in 10 Heften á 6 Stück erschienen. Er publizierte außerdem eine theoretische Abhandlung über „La Musique de la Torah“ (Alexandria 1929). In Deutschland ist dieser Komponist noch völlig unbekannt. Er war der erste, der sich künstlerisch mit der Musik sephardischer Juden beschäftigte.

Aufgeführt werden die in zwei Heften gesammelten Werke Hemsis mit insgesamt 12 Liedern aus dem Zyklus „Coplas Sephardies“. Das ist eine Erstaufführung, zumindest in Deutschland. Außerdem werden einige Werke von Komponisten der Neuen Jüdischen Schule erklingen, darunter Moshe Milner, Joseph Achron und Joel Engel, die auf Elementen jiddischer Folklore basieren. Schließlich wird Maurice Ravels Bearbeitung einer sephardischen Kaddisch-Melodie aufgeführt.

Tehila Nini Goldsteins musikalische Interessen reichen vom frühen Barock über Volksmusik bis hin zum zeitgenössischen Repertoire, sie wechselt gekonnt zwischen Oper, Lied und Kammermusik. Goldstein begann ihre Gesangsausbildung an der Universität in Tel Aviv und setzte sie in New York und Berlin fort. Sie gewann zahlreiche Preise, so zum Beispiel Les Jardin Voix 2008.

In den letzten Jahren war sie als Almirena (Rinaldo) in Prag, Caen, Luxemburg und Wien zu sehen, als Eupaforice (Montezuma) bei den Musikfestspielen Potsdam, als Creusa/Giunone (La Didone) mit dem Ensemble „Les Arts Florissant“, als Nerone (L’Incoronazione di Poppea) bei den Innsbrucker Festwochen, als Sinforosa (La Casa Disabitata) bei den Dresdner Musikfestspielen und in vielen anderen Inszenierungen. Als Doppelbesetzung von Cecilia Bartoli war sie in der Hauptrolle der Semele am Theater Wien engagiert.

Gegenwärtig ist sie an der Oper Halle in einem Stück der Komponistin Sarah Nemtsov zu sehen.

Vortrag: „Wir und die Anderen“

„Wir und die Anderen: Bezüge zu Nicht-Juden in mittelalterlichen jüdischen Gebetsbüchern“. Zu einem Vortrag unter diesem Titel begrüßt das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt den bekannten Judaisten Prof. Dr. Stefan Reif (Cambridge) am Dienstag, dem 6. Juni 2017, um 18 Uhr, in der „Kleinen Synagoge“.

Wie beziehen sich die Rituale von Juden und Christen aufeinander? Diese Frage, die sowohl der Geschichte als auch der Gegenwart gilt, beschäftigt die Forscher und Forscherinnen am Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ der Universität Erfurt. Dabei steht auch immer die Frage im Raum, was die Juden in der Antike und im Mittelalter eigentlich über die Rituale der Christen wussten und umgekehrt. Kann man direkte Verbindungen zwischen jüdischen und christlichen Ritualen nachweisen? Beziehen sich Rituale vielleicht auch aufeinander, antworten auf die Rituale der jeweils anderen Tradition? Wie werden die jeweils „Anderen“ in den „eigenen“ Ritualen dargestellt?

Der Vortrag in englischer Sprache mit PowerPoint-Präsentation in deutscher Sprache, die die wesentlichen Erkenntnisse Stefan Reifs zusammenfasst, sowie die sich anschließende Diskussionsrunde versuchen auf diese Fragen eine Antwort zu geben.

Prof. Dr. Stefan Reif ist ein international ausgewiesener Spezialist für Judaistik, der vor allem für seine Forschungen zu jüdischer Liturgie und zu den Genizah Manuskripten bekannt geworden ist. Er lehrt und forscht in Cambridge, wo er bis zu seiner Emeritierung der Direktor der Taylor-Schechter Genizah Research Unit an der Cambridge University Library war. Zudem lehrte er als Gastprofessor an der Hebrew University in Jerusalem, der Tel Aviv University, der University of Pennsylvania sowie der George Washington University. Seine Veröffentlichungen, wie zum Beispiel „A Jewish Archive from Old Cairo“ (2000) oder „Jewish Prayer Texts from the Cairo Genizah“ (2015–2016) sind Standardwerke geworden.

 

ACHAVA unterwegs in Israel

ACHAVA  unterwegs

Ein Projekt der
ACHAVA Festspiele Thüringen

Israelreise
Vom alten zum neuen Migrantenland

21. bis 29. November 2017

Das Thema Zuwanderer und Flüchtlinge ist „Dauerbrenner“ in Deutschland. Da mag es helfen, einmal Abstand und einen ganz anderen Blick einzunehmen!
In Israel wollen wir uns daran erinnern, dass Abraham der erste Migrant war, die Israeliten aus Ägypten flüchteten sowie die Eltern von Jesus umgekehrt dorthin.

Vor allem werden wir entdecken, dass nahezu die gesamte Bevölkerung des Staates Israel einen „Migrationshintergrund“ hat. Im 20. Jahrhundert ist die Verfolgungsgeschichte der Juden in Europa ein Hauptgrund. Zuletzt kamen in den 90er Jahren mehr als eine Million Einwanderer aus der Sowjetunion. Doch auch Neueinwanderern (Falaschas) aus Äthiopien und „Illegale“ werden wir begegnen.
Nicht zu übersehen ist: Das Problem der palästinensischen Flüchtlinge wird als eines der Haupthindernisse in einem nahöstlichen Friedensprozess angesehen.

Ich verspreche Ihnen: Sie werden einerseits „aufgewühlter“, was den noch immer jungen Staat Israel angeht, aber auch „abgeklärter“, was unsere deutschen Probleme mit Zuwanderern betrifft, nach Hause zurückkehren.
Deshalb kommen Sie mit auf diese wirklich einmalige und besondere Reise nach Israel und in die palästinensischen Gebiete!
                                                                                                                                                        Ricklef Münnich

Reiseprogramm

1. Tag
Flug von Airport Frankfurt/Main zum Flughafen Ben Gurion Tel Aviv
LH 694  21NOV  FRA-TLV  1400-1910
Fahrt nach Betlehem
Übernachtung: St. Vincent Gästehaus Betlehem

2. Tag
Hebron: Abraham – der erste uns bekannte Immigrant
Besuch im Rehabilitationszentrum Lifegate in Beit Jala
Besuch der Geburtskirche in Betlehem
Besuch eines Flüchtlingslagers
Übernachtung: St. Vincent Gästehaus Betlehem

3. Tag
Treffen mit „Friends of Roots“, einem „unmöglichen Projekt“ mit Siedlern und Palästinensern
Gush Etzion Gegend – Geschichte der alten Besiedlung
Auf der Fahrt in den Negev Halt in Laqiya: Besuch eines beduinischen Frauenprojektes.
In der Genossenschaftssiedlung Netiv HaAsara begegnen wir Roni Kedar,  von „The Other Voice“. Netiv HaAsara ist ein Grenzdorf in unmittelbarer Nähe des Gazastreifens, die palästinensische Stadt Beit Lahiya liegt nur wenige hundert Meter entfernt. „The Other Voice“ setzt sich für eine Kooperation der israelischen Grenzdörfer mit der Bevölkerung des Gazastreifens ein.
Übernachtung: Ze’elim Kibbuz Gästehaus im Negev

4. Tag
Ein Avdat – kleine Wanderung im  Nationalpark.
Die Nabatäerstadt Avdat.
Fahrt zur Wüstenhochschule Sde Boker. Besuch des Grabes von David Ben Gurion, Staatsgründer und Visionär, mit Ausblick auf das mächtige Wadi Zinn.
Abends: Wir genießen die warmen Quellwasser im Hamam von Zeelim.
Übernachtung: Ze’elim Kibbuz Gästehaus im Negev

5. Tag
Fahrt nach Tel Aviv.
Mit der NGO am Zentralen Busbahnhof machen wir eine Tour durch die vorwiegend von legalen und illegalen Migranten besiedelte Gegend (in zwei Gruppen) und sprechen mit einem der Refugees.
Kurzer Gang durch die „weiße Stadt“ Tel Aviv als „migrantische Neugründung“.
Fahrt entlang der Küste nach Netanja.
Übernachtung Residence-Hotel Netanja

6. Tag
Besuch des Jugenddorfes Yemin Orde auf dem Karmelgebirge.
Ein Youth Aliyah Rescue Projekt, das ein Heim, eine Familie und eine Zukunft für mehr als 500 Kinder, die aus der ganzen Welt nach Israel eingewandert sind, bietet.
Fahrt durch Haifa mit Blick auf die Bahai-Gärten.
Fahrt in Richtung See Genezareth.
In Shaar HaGolan: Führung durch den Kibbuz.
Übernachtung im Kibbuz Shaar Hagolan

7. Tag
Fahrt auf den Berg der Seligpreisungen. Wanderung hinunter zum See Genezaret nach Tabgha. Dort Besuch der Kirche der Brotvermehrung.
Nach dem Mittagessen fahren wir entlang des Jordangrabens zum Toten Meer. Hier machen wir einen Badestopp. Weiterfahrt nach Jerusalem.
Übernachtung: GLORIA HOTEL am Jaffator der Jerusalemer Altstadt

8. Tag
Besichtigungen in der Altstadt Jerusalems.
Übernachtung: GLORIA HOTEL am Jaffator der Jerusalemer Altstadt

9. Tag
Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
Abschied und Transfer zum Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Rückflug:
LH 687  29NOV  TLV-FRA  1620-2000

Reisepreis
1.697 € pro Person im Doppelzimmer ab 20 Teilnehmern;
1.669 € pro Person im Doppelzimmer ab 25 Teilnehmern

Einzelzimmerzuschlag: 353 €

Option: Rail and Fly (Zug zum Flug) hin & rück 70 € p.P.

Leistungen

  • Flüge inkl. aller Steuern und Gebühren
  • 8 Übernachtungen mit Halbpension
  • Eintrittsgelder, Vorträge und Begegnungen nach Programm
  • deutschsprachige israelische Reiseleitung
  • klimatisierter Reisebus
  • Reisesicherungsschein
  • Informationsmaterial und Karte

Nicht im Reisepreis eingeschlossen:

  • Trinkgelder (6 € pro Person und Tag)
  • Mittagessen und Getränke
  • Persönliche Ausgaben

Programmänderungen z.B. aufgrund der Wetter- oder Sicherheitssituation vor Ort bleiben ausdrücklich vorbehalten.

Einreisebestimmung
Für die Einreise nach Israel benötigen deutsche Staatsbürger einen Reisepass, der bei Einreise noch 6 Monate gültig ist.

Veranstalter und Anmeldung
ahavta – Begegnungen GbR
Ricklef Münnich
Petristraße 1
99092 Erfurt
Telefon:   0361 785 22 93
E-Mail:     post@ahavta.com

Anmeldung im Internet:
Download Anmeldeblatt

ACHAVA unterwegs
ist ein Projekt der
ACHAVA Festspiele Thüringen
Schwanseestraße 33
99423 Weimar
Telefon: 03643 | 77 69 41
www.achava-festspiele.de

Projektleiter und Reisebegleitung
Ricklef Münnich
Telefon: 0177  691 40 45
E-Mail:   muennich@ahavta.com

Durchführendes Reisebüro
Ehrlich Reisen und Event GmbH
Schlossstraße 4
66117 Saarbrücken

Download
• Faltblatt zur Israelreise ACHAVA unterwegs
• Anmeldeblatt

„Wisse vor wem Du stehst!“

Haus der Erinnerung von Angela Breidbach
in der Kleinen Synagoge Erfurt

Vor dem Toraschrein der Kleinen Synagoge Erfurt ist am Montag, dem 21. September 2015 um 15 Uhr eine Installation der Hamburger Künstlerin Angela Breidbach an dem Ort zu erleben, für den sie geschaffen wurde.
Ausgangspunkt für Breidbachs „Haus der Erinnerung“ waren gefundene Objekte – zwei historische Badezimmerspiegel aus dem 1924 von Walter Gropius erbauten Haus Auerbach in Jena, die ihr 1995 von den neuen Besitzern des Hauses geschenkt wurden. Auf höchst metaphorische Weise bringt sie die beiden Spiegel nun in einen Ortsbezug zum Toraschrein, über dem in hebräischen Buchstaben die Worte „Wisse vor wem Du stehst“ geschrieben sind. Hier erinnern sie an die Mosaischen Gesetzestafeln und aktivieren die historischen Aufgaben des Schreins. Die Spiegel, in denen die Bilder der Auerbachs, so Breidbach, quasi weiter enthalten sind, werden so zu Tafeln des Andenkens an das vom NS-Regime verfolgte Jenaer jüdische Gelehrtenpaar Anna und Felix Auerbach. Der Betrachter kann das Haus virtuell betreten; vor den Spiegeln nimmt er symbolisch die verdrängte Perspektive der Täter ein, die sich löst, wenn er darin Texte entziffert, die spiegelschriftlich in einen Papiervorhang eingetragen wurden.

Zur Eröffnung am 21. September um 15 Uhr gibt Angela Breidbach eine Einführung in das Werk und liest Passagen aus Anna Auerbachs „Familienchronik 1850-1905“ (mit freundlicher Genehmigung des Leo Baeck Instituts New York). Gotthard Lemke, Jena, spielt Akkordeon.

Die künstlerische Installation wird begleitet von einer Dokumentation auf 11 Tafeln. Sie ist nach der Eröffnung bis zum 18. Oktober 2015 auf der Frauenempore der Kleinen Synagoge zu sehen. Die Ausstellung wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von JenaKultur und des Kirchenkreises Jena.

Angela15Dr. Angela Breidbach ist bildende Künstlerin und promovierte Kunsthistorikerin. Sie lebt und arbeitet in Hamburg, wo sie vier Jahre an der Hochschule der Bildenden Künste forschte. In ihrer Kunst und ihren Schriften hat sie sich umfassend mit Themen der Erinnerung beschäftigt. Zur Zeit lehrt sie Theorie am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg und bildnerisches Gestalten an der Fachhochschule btk Berlin/Hamburg. Ihre Habilitationsschrift zum Schatten in der Kunst der Gegenwart ist im Druck.

Handreichung zum israelbezogenen Antisemitismus

israelbez_antisemitismus_301Antisemitische Sprechchöre, körperliche Übergriffe, Anschläge auf Synagogen: Wenn der Nahost-Konflikt eskaliert, zeigt sich, wie schnell Antisemitismus in Deutschland wieder an die Oberfläche kommen kann. Eine neue Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich mit israelbezogenem Antisemitismus und bietet Hilfestellungen zum Umgang.

Während des Gaza-Krieges im Juli letzten Jahres beschmierte ein Unbekannter die Dresdner Synagoge. Er sprühte auf einer Länge von zehn Metern den Spruch „Stop killing people“ in schwarzer Farbe an die Fassade. Wenige Tage später in Nürnberg: Nach einer Anti-Israel-Demonstration stürmten mehrere Hundert Teilnehmer den Hauptbahnhof, um in den vermeintlich „jüdischen“ Burger-King- und McDonald’s-Filialen gegen den Krieg zu protestieren. Ein bei Youtube eingestelltes Video zeigt, wie die Massen durch den Bahnhof laufen und Parolen wie „Kindermörder Israel“ skandieren. Der antisemitische Charakter und der Bezug zu Israel ist nicht für alle auf den ersten Blick ersichtlich.

Gerade in der pädagogischen Arbeit stellen sich in diesem Zusammenhang große Herausforderungen gegenüber: Wo fängt der Antisemitismus in Bezug auf Israel genau an? Wie kann pädagogisch gegen (israelbezogenen) Antisemitismus vorgegangen werden, sowohl präventiv als auch bei einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts? Inwiefern spielt Rassismus eine Rolle bei der öffentlichen Fokussierung auf den Antisemitismus aus muslimisch sozialisierten Milieus? Welchen Stellenwert haben Soziale Netzwerke für den Antisemitismus und wie kann eine pädagogische Arbeit darauf reagieren?

Diese und weitere Fragen behandelt die neue Broschüre „Kritik oder Antisemitismus. Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“. Sie richtet sich sowohl an pädagogische Fachkräfte wie auch an Personen, die im Beruf oder Alltag mit einigen der aufgezählten Fragen konfrontiert werden und sich damit alleingelassen oder überfordert fühlen. Unsere Publikation gibt eine übersichtliche und praxisnahe Hilfestellung an die.

Ein Schaubild zum Erkennen von israelbezogenem Antisemitismus steht hier zum Download.(PDF-Dokument, 1.5 MB)

Die Broschüre steht hier zum Download bereit.(PDF-Dokument, 2.6 MB)

Inhalt

Einleitung

Hintergrund, Analyse und Begrifflichkeiten

Israelbezogener Antisemitismus – ein überladenes Problem
Anetta Kahane

Wie unterscheide ich Kritik von israelbezogenem Antisemitismus?
Jan Riebe

Fallbeispiel

Taktische Solidarität. Rechtspopulistische und neonazistische Positionierungen zum Antisemitismus
Heiko Klare/Michael Sturm

Pädagogische Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten

Antisemitismus in Sozialen Netzwerken – ein Fachgespräch
Interview mit Johannes Baldauf und Judith Rahner

»Gefällt mir (nicht)«. Facebook-Monitoring zu Postings von Jugendlichen während des Gaza-Krieges
Judith Rahner

»Nichts gegen Juden«. Ein Online-Tool gegen Antisemitismus in Sozialen Netzwerken
Jan Riebe

Aussteigen aus antisemitischen Differenzkonstruktionen
Heike Radvan

Was tun bei (israelbezogenem) Antisemitismus? – Pädagogische Tipps
Jan Riebe

Martin Luther und die Juden. Internationale Tagung

Martin Luther und die JudenMartin Luther und die Juden

Internationale Tagung
4. – 6. Oktober 2015

 

 

Evangelische Akademie Loccum
Münchehäger Straße 6, 31547 Rehburg-Loccum


Der reformatorische Impuls enthält die Bereitschaft zur Selbstkritik. Sich mit Blick auf die Wirkungen Martin Luthers dankbar zu erinnern, kann nicht an den dunklen Seiten der deutschen Reformation im 16. Jahrhundert vorbeisehen.

Das gilt insbesondere für den erschütternden Antijudaismus vor allem in den Spätschriften des Reformators. Die Tagung setzt sich mit dem antijüdischen Erbe der Reformation in historischer und theologischer Perspektive auseinander und fragt nach einem angemessenen Umgang mit dieser Hypothek im Kontext des 500jährigen Reformations jubiläums. Mit Beiträgen aus den USA und Skandinavien kommen dabei auch Erfahrungen aus anderen Ländern zu Wort. Im Zuge einer kritischen Lutherrezeption insbesondere im Hinblick auf die antijüdischen Schriften des Reformators ist mit Blick auf das Reformationsjubiläum eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Schriftgut und dessen Rezeption notwendig. Diesem Ziel soll eine internationale Konferenz vom 4. bis 6. Oktober in Loccum dienen.

Dazu laden ein:
Ralf Meister,
Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Hannover
Pfarrer Friedhelm Pieper,
Evangelischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates (DKR)
Dr. Stephan Schaede,
Akademiedirektor 
Rudolf W. Sirsch, Generalsekretär des DKR


Genaues Programm, Kosten und Anmeldung siehe:

Faltblatt Martin Luther und die Juden

„Der nicht endende Tanz“

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Nach Konzerten im In- und Ausland spielt das Klezmerensemble „Sher on a Shier“ nun endlich auch in Erfurt:

Am Samstag, 12. September, 20 Uhr, findet in der Michaeliskirche Erfurt das
CD-Release-Konzert der aktuellen Platte „Der nicht endende Tanz“ statt. 

„Sher on a Shier“ brachte die CD im letzten Jahr bei „Raumer Records Berlin“ heraus und wurde damit bereits auf zahlreichen Konzerten im In- und Ausland gefeiert. Im Juli wurden die 4 Musiker vom bayrischen Rundfunk und dem WDR ausgewählt, als einzige Band aus Deutschland im Rahmen des „Euro Radio Folkfestivals“ der European Braodcasting Union (EBU) in Krakau zu spielen. Konzerte auf renommierten Festivals in Wien, „Klezwest“ in der Eifel und dem Yiddish Summer Weimar waren nur einige Höhepunkte auf dem diesjährigen Tourplan der Band.

„Sher on a shier” ist jiddisch und heißt frei übersetzt „der nicht-endende Tanz”.
Mit „Sher on a shier” tritt ein Ensemble auf, dessen Musiker seit Jahren auf der Suche nach dem perfekten Klezmersound sind. Der unglaubliche Klang der alten Klezmerkapellen Osteuropas ist die Grundlage, auf der das Ensemble sein Programm stets weiterentwickelt. Tanzbar und zuhörbar ereignen sich Dinge auf der Bühne, die man als magisch bezeichnen könnte.
Nicht nur die Besetzung mit Klarinette, Flöte, Violine, Akkordeon und Kontrabass fügt sich zu einem authentischen Klang zusammen, auch die Musiker selbst sind Meister ihres Fachs und verstehen es virtuos, die Spannung zwischen Tradition und Erneuerung dem Publikum zu vermitteln.

Sher on a Shier 1 Foto Manuel MietheBesetzung:
Johannes Paul Gräßer – Geige
Anja Günther – Klarinette
Franka Lampe  – Akkordeon
Sabine Döll  – Kontrabass, Querflöte

www.sheronashier.eu

 

Tickets gibt es in der Touristinformation Erfurt und ab 19 Uhr an der Abendkasse

14. Christlich-Jüdische Sommeruniversität

Der Messias im christlich-jüdischen Gespräch
Der Eine und die Vielen
Messiaskonzeptionen im Judentum und Christentum
25. – 28.8.2015

Sommeruniversität 2015

Die Sommeruniversität 2015 findet unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Kampling, Seminar für Katholische Theologie der Freien Universität Berlin, statt.

Sie nimmt das Thema „Der Messias im christlich-jüdischen Gespräch“ auf. Die Frage nach der Gestalt des Messias und seines Verhältnisses zu Jesus Christus berührt wesentlich die Bestimmung der Beziehung des Christentums zum Judentum. Sie betrifft aber auch wesentlich christliches Selbstverständnis. In der Auslegung der dem Judentum und dem Christentum gemeinsamen Quellen (Hebräische Bibel / Altes Testament, früh-jüdische Schriften außerhalb des Kanons / Apokryphen und Pseudepigraphen) und in der Art und Weise, messianische Vorstellungen innerkirchlich und interkulturell zu vermitteln, spiegelt sich die neutestamentlich vielfältig diskutierte und bis in die Gegenwart zentrale Glaubensfrage, wer der Messias / Christus sei.

Im Rahmen der Sommeruniversität 2015 sollen unter der Anleitung von jüdischen und christlichen Wissenschaftlern wesentliche jüdische und frühchristliche Texte zum Messias / Christus gelesen und gemeinsam ausgelegt werden. Dabei sollen die Vielfalt an messianischen Traditionen und die Verschiedenheit messianischer Bilder im Judentum und Christentum erschlossen und hin- sichtlich ihres je eigenen Beitrags zu einem fruchtbaren christlich-jüdischen Dialog bedacht werden.

Weitere Informationen unter www.ikj-berlin.de oder mail@ikj-berlin.de
Rückfragen unter 030 2093 5940

Programm und Anmeldung