Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Thüringen trägt Kippa

Wir schließen uns dem Aufruf aus Berlin an! Wenn Israelis und Juden verbal und körperlich angegriffen werden, weil sie Kippa tragen, dann sind wir alle angegriffen.

Darum kommt am Mittwoch, dem 25. April, nach Erfurt! Wir treffen uns um 10.30 Uhr an der Mikwe bei der Krämerbrücke.

Wer keine Kippa mitbringen kann, bekommt eine; auch Frauen. Denn es geht um ein Zeichen der Gemeinsamkeit und Solidarität gegen Judenhass und Israelfeindschaft.

Miteinander gehen wir den Weg durch die Innenstadt zur Synagoge der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Damit zeigen wir, dass es dazu gehört und selbstverständlich bleibt, in Deutschland in der Öffentlichkeit eine jüdische Kopfbedeckung zu tragen.

Wer nicht nach Erfurt kommen kann, trägt ebenfalls am Mittwoch sichtbar eine Kippa. So setzen wir ein wichtiges Zeichen!

Blickpunkt „Jerusalem im Gebet“

Jerusalem ist wieder Thema.
Nein, Jerusalem ist immer Thema!

Deshalb laden die Jüdische Landesgemeinde Thüringen und die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum zu einer neuen Veranstaltungsreihe ein: „Blickpunkt Jerusalem“. Mit ihr können Fragen und Erscheinungen der Gegenwart wie die Debatte um Jerusalem als Hauptstadt Israels oder die rasant anwachsende Besucherzahl an der Umfassungsmauer des früheren Tempels („Klagemauer“) in größere Zusammenhänge eingeordnet werden.

Rabbiner Zsolt Balla spricht am Mittwoch, dem 25. April 2018, um 19 Uhr, über
Jerusalem im jüdischen Gebet
Vortragsort: Kultur- und Bildungszentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Juri-Gagarin-Ring 21, 99084 Erfurt

Gott im Gebet zu preisen gehört zum Leben eines gläubigen Juden, ist tägliches Bedürfnis. Im Gebet kommt Jerusalem als Ort, an dem der jüdische Tempel stand und die Priester Dienst taten, sehr große Bedeutung zu. Es ist der Ort, von dem alle Gebete zum Himmel aufsteigen. So hat Jerusalem einen besonderen Klang in der jüdischen Liturgie bekommen. Herzliche Einladung, etwas davon zu erlauschen!

Zsolt Balla ist in Budapest, Ungarn, geboren. Er hat einen M. Sc als Wirtschaftsingenieur und sammelte früh Erfahrungen als Dozent bei jungen jüdischen Lerngruppen. Im Jahr 2009 schloss er seine Ausbildung als Rabbiner am Rabbinerseminar zu Berlin ab. Außerdem ist er Kantor und Musiker. Seit 2010 lebt er mit seiner Frau Marina und zwei Töchtern in Leipzig, wo er als Gemeinderabbiner tätig ist.

Ein Plakat zur Veranstaltung zum Ausdruck und zur Weitergabe steht zum Download bereit.

Alle Themen und Termine der Reihe:

  • 21. Februar 2018: Prof. Dr. Günter Stemberger (Wien), Die Bedeutung Jerusalems und des Tempels im rabbinischen Judentum
  • 25. April 2018: Rabbiner Zsolt Balla (Leipzig), Jerusalem im jüdischen Gebet
  • 20. Juni 2018: Pfarrer Teja Begrich (Mühlhausen), Jerusalem im Evangelischen Gesangbuch (zusammen mit Christian Kropp)
  • 29. August 2018: Georg Rössler (Jerusalem), Warum haben wir (alle) Aktien in Jerusalem?
  • 17. Oktober 2018: Pfarrer i.R. Ricklef Münnich, Hinauf nach Jerusalem. Die heilige Stadt im Neuen Testament

Blickpunkt Jerusalem

Jerusalem ist wieder Thema.
Nein, Jerusalem ist immer Thema!

Deshalb laden die Jüdische Landesgemeinde Thüringen und die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum zu einer neuen Veranstaltungsreihe „Blickpunkt Jerusalem“ ein. Mit ihr können Fragen oder Erscheinungen der Gegenwart wie die Debatte um Jerusalem als Hauptstadt Israels oder die rasant anwachsende Besucherzahl an der Umfassungsmauer des früheren Tempels („Klagemauer“) in größere Zusammenhänge eingeordnet werden.

Prof. Dr. Günter Stemberger macht am 21. Februar 2018, den Anfang, wenn er nach den „Jerusalemer Wurzeln“ der rabbinischen Lehrer Israels fragt, auf die sich heutiges religiöses Judentum zurückführt. Das rabbinische Judentum nach dem Jahre 70 u.Z. musste sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass eine „Leerstelle“ Anlass seiner Entstehung war. Den Tempel hatten die Römer niedergebrannt und Jerusalem war zerstört. Stemberger geht der Frage nach, wie eine solche Vergangenheit trotzdem produktiv in die eigene Identität eingebaut werden konnte.

Alle Vortrags- und Gesprächsveranstaltungen beginnen mittwochs um 19 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Juri-Gagarin-Ring 21, 99084 Erfurt.

Universität Tel Aviv stellt Porf. Günter Stemberger vor.

Universität Tel Aviv stellt Prof. Günter Stemberger vor.

Dr. Günter Stemberger ist emeritierter Professor am Institut für Judaistik der Universität Wien, neben vielen anderen Auszeichnungen seit 2017 auch Ehrendoktor der Universität Tel Aviv und derzeit „Judaist in Residence“ in Erfurt. Ein kurzes Video (englisch, 1 Minute) stellt ihn vor. Ein Plakat bzw. Aushang für seinen Jerusalem-Vortrag gibt es hier.

Weitere Themen und Termine der Reihe:

  • 25. April 2018: Jerusalem im jüdischen Gebet (Vortrag und Kantorgesang)
  • 20. Juni 2018: Jerusalem im Evangelischen Gesangbuch (Vortrag und Musik)
  • 29. August 2018: Jerusalem geliebt und umstritten, einst und heute
  • 17. Oktober 2018: Hinauf nach Jerusalem. Die heilige Stadt im Neuen Testament

Workshop „Fiktive Rituale“ am 12. Februar

Am Montag, dem 12. Februar 2018, findet von 10 bis 17 Uhr in der Kleinen Synagoge ein Workshop zum Thema „Fiktive Rituale? Zur Historizität des Tempelkults in Mischna und Tosefta“ statt.

In der Veranstaltung des Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt werden zentrale Fragen thematisiert: Gehen Beschreibungen von antiken Ritualen immer auch auf real durchgeführte Rituale zurück? Kann man von ihnen also auf tatsächliche rituelle Handlungen schließen oder spiegelt sich in diesen Beschreibungen auch der individuelle und subjektive Blick der Autoren auf längst vergangenes Geschehen? In wie weit ist dieser Blick historisch vertrauenswürdig, was davon ist Realität, was Fiktion?

Als Referenten sind zwei Senior Fellows des Research Centre, Prof. Dr. Günter Stemberger (Wien) und Prof. Dr. Clemens Leonhard (Münster), sowie der zweite Sprecher des Research Centre, Prof. Dr. Jörg Rüpke (Erfurt) eingeladen. Prof. Stemberger ist zugleich im Ergebnis einer jüngst geschlossenen Kooperation zwischen dem Research Centre am Max-WeberKolleg und dem Netzwerk Jüdisches Leben Erfurt der erste „Judaist in Residence“ in der Kleinen Synagoge.

Der Workshop steht allen Interessierten offen. Das vollständige Programm steht zum Download bereit. Um Anmeldung bis 31. Januar bei Dr. Claudia Bergmann (claudia.bergmann@uni-erfurt.de) wird gebeten.

Die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen hat Prof. Dr. Günter Stemberger zudem gemeinsam mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen für einen Vortrag zur Bedeutung Jerusalems und des Jerusalemer Tempels für das rabbinische Judentum eingeladen. Dieser findet bei freiem Eintritt am Mittwoch, dem 21. Februar 2018, um 19 Uhr, im Erfurter Kultur- und Bildungszentrum der Landesgemeinde, Juri-Gagarin-Ring 21, statt.

Israelreise ACHAVA unterwegs „Vom alten zum neuen Migrantenland“

Die Vorbereitungen für die diesjährigen ACHAVA Festspiele laufen auf Hochtouren. Die Eröffnung ist am 31. August im alten Erfurter Heizwerk.

Die 3. ACHAVA Festspiele Thüringen bieten viele neue Entdeckungen und Spannendes. Darüber berichtet jetzt WELT.de in einem Sonderthema.
In der Gesamtauflage der morgigen „WELT am SONNTAG“ erscheint eine Sonderbeilage zum Festival. Also auf zum Zeitungskiosk!

Gedruckt oder online – hingewiesen wird stets auch auf das neue Reise-Projekt „ACHAVA unterwegs“. Noch sind einige Plätze frei bei der Israelreise »Vom alten zum neuen Migrantenland« vom 21.  – 29. November 2017.

Das 9-tägige Programm führt durch ganz Israel und zeigt auch Orte und Projekte abseits der üblichen Touristenpfade. Neben Besuchen unter anderem in Tel Aviv, Hebron, Jerusalem, dem Toten Meer und Haifa, steht die Begegnung mit Israelis und Palästinensern im Mittelpunkt, die sich für junge Menschen, für Wege zur Versöhnung und auch für Migranten engagieren.

Der „rote Faden“ dieser einzigartigen Israelreise: Nahezu die gesamte Bevölkerung Israels hat einen „Migrationshintergrund“ – sei es aufgrund der Verfolgungsgeschichte im 20. Jahrhundert, sei es in der Folge des Endes der Sowjetunion oder sei es als Flüchtling geschuldet den vergangenen Kriegen im Mittleren Osten und um die Staatsgründung Israels.

Ein Faltblatt mit allen wichtigen Informationen zu dieser einzigartigen Reise findet sich hier.

„Das war nicht ganz koscher“ – Themenschwerpunkt beim Erfurter Kirchentag

Erfurt gilt mit seiner mittelalterlichen Synagoge und einem jüdischen Gold­- und Silberfund als Schatztruhe jüdischer Religion und Kultur in Mitteleuropa. Aber auch eine Geschichte der Pogrome vom Mittelalter bis ins „Dritte Reich“ wurde in der Stadt geschrieben. Die Firma Topf & Söhne baute hier die Öfen von Auschwitz – das Werksgelände ist heute Erinnerungsort.

Zum Erfurter Kirchentag auf dem Weg öffnet die Jüdische Landesgemeinde Thüringen am 26. und 27. Mai 2017 ihr Kultur- und Bildungszentrum am Juri-Gagarin-Ring 21 zum Dialog. Der Rabbiner der Gemeinde, Landesrabbiner Benjamin Kochan, erklärt den Gästen jüdisches Leben nach den Speisegeboten der Tora. Das CJD Erfurt macht das in gemeinsamen, koscher zubereiteten Mahlzeiten erfahrbar.

Doch in der Geschichte des Verhältnisses der Christen zu den Juden war durchaus nicht alles „koscher“. Darum kommt im Reformationsgedenkjahr vor allem Martin Luthers Judenfeindschaft als Geburtsfehler der Reformation im Themenzentrum Juden und Christen des Erfurter Kirchentages zur Sprache.

Prof. Dr. Matthias Morgenstern, Religionswissenschaftler und Judaist aus Tübingen stellt Martin Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ als ein Dokument der Schande vor.

Wie diese und andere Traktate des Reformators auch mit seiner Bibelauslegung, vor allem des Ersten Testaments, in Verbindung stehen, erläutert Professor Dr. Peter von der Osten-Sacken aus Berlin. Er ist einer der bekanntesten und engagiertesten Theologen im christlich-jüdischen Dialog. In Erfurt wurde ihm dafür 2005 die Buber-Rosenzweig-Medaille als bedeutende Auszeichnung für sein Werk und sein Wirken verliehen.

Die von Peter von der Osten-Sacken initiierte und mitgestaltete Ausstellung „Martin Luther und die Juden“, die im Kultur- und Bildungszentrum zu sehen sein wird, führt über das belastete Erbe jedoch auch zu neuen Aufbrüchen. Pfarrerin Sibylle Biermann-Rau (Tübingen) zeigt am Beispiel von Elisabeth Schmitz und ihrem Einsatz für die Juden in der Bekennenden Kirche, dass es ein andere als die überkommene judenfeindliche Haltung sogar im Nationalsozialismus gegeben hat.

Alles in allem freilich war das jüdische Werben um Verständnis und Anerkennung seitens der Kirche und der Christen „eine tragische Liebesgeschichte“. So überschreibt Professor Dr. Christian Wiese, Judaist und evangelischer Theologe aus Frankfurt am Main, seinen Vortrag über „Jüdische Lutherdeutung vor der Schoa“.

Ein Workshop über kleine Zeichen des Neubeginns am Freitag mit dem Erfurter Stadtplaner und Denkmalpfleger Dr. Carsten Liesenberg wird zum Ausklang des Programms ergänzt durch ein Podium und Diskussionsforum vor dem Hintergrund des antijüdischen Erbes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland: „Hier stehen wir und wollen anders“.

„Das war nicht ganz koscher. Reines und Unreines in der Bibel und bei Martin Luther“ – so lautet das Motto des Themenzentrums. Es war Josel von Rosheim, dem zur Reformationszeit wichtigsten Vertreter der jüdischen Gemeinden in Deutschland, der bereits damals den Aspekt des „Unreinen“ bei Luther empfunden hatte. Daher ist parallel zum Programm im Kultur- und Bildungszentrum eine ihm gewidmete Ausstellung zu sehen. Räumlich entfernt in der Erfurter Michaeliskirche – denn Luther hatte es trotz eindringlicher Bitte strikt abgelehnt, Josel zu begegnen.

Möge der Erfurter „Kirchentag auf dem Weg“ neue Begegnungen und neues Vertrauen zwischen Juden und Christen ermöglichen – und dazu viele Besucherinnen und Besucher finden! Das vollständige Programm des Themenzentrums – hier zu finden – gilt als herzliche Einladung.

Gedenkkonzert 75 Jahre Deportation der Thüringer Juden

Vom 9. bis 11. Mai 1942 fanden die ersten Deportationen Thüringer Juden in Richtung Osten statt. Damals wurden rund 1.000 Menschen aus Thüringen und Sachsen verschleppt, nur wenige überlebten. Gestartet wurde ein Sammelzug in den frühen Morgenstunden in der Rhön. Gegen 11 Uhr erreichte der Transport Eisenach (Foto links) und fuhr nach Weimar weiter. Dort mussten die jüdischen Bürger eine Nacht in der Viehauktionshalle verbringen. Vorerst Endstation der Fahrt war ein Ghetto in Belzyce (Polen).

Aus Anlass der 75. Wiederkehr dieser Verschleppungen von Thüringerinnen und Thüringern in den Tod lädt der Jenaer Arbeitskreis Judentum am Sonnabend, dem 6. Mai 2017, um 16 Uhr, in die Jenaer Rathausdiele ein: Das Ensemble Majore aus Erfurt führt mit Sprecher und Puppenspiel eine konzertante Fassung der Oper des jüdischen Komponisten Viktor Ullmann „Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung“ auf.

Diese Oper entstand 1943 im KZ Theresienstadt. Die geplante Aufführung kam aber nie zustande. Viktor Ullmann (geboren 1898), sein Librettist Peter Kien und ein großer Teil des Theresienstädter Ensebmles wurden im Herbst 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Dieses Plakat steht hier zum Download und zur Verteilung bereit.

 

„Schlaflos in Tel Aviv“ | Chaim Noll in Erfurt

Am 2. Mai 2017 (nach unserem bürgerlichen Kalender) begehen die Menschen im Staat Israel in diesem Jahr den Unabhängigkeitstag, den Jom Azma’ut. Einer der Israelis aber wird dann in Erfurt sein: Der Schriftsteller Chaim Noll liest abends ab 19.30 Uhr in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge (An der Stadtmünze 4/5) aus seinem Erzählungsband „Schlaflos in Tel Aviv“.

„Schlaflos in Tel Aviv“ versammelt Erzählungen aus mehr als fünfundzwanzig Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Begebenheiten.

Chaim Noll erzählt u.a. von einem Schuljungen in Berlin, der versucht, sich Geld für eine Fahrkarte zu erbetteln, einem jungen Israeli, der das erste Mal nach Deutschland fliegt, dem Diebstahl eines Pelzmantels, der sich Jahrzehnte später als ein Segen erweist, einem Schriftsteller, der an seinem Verlag verzweifelt und überall schwarze Hunde sieht, einer alten Dame, die trotz der Verfolgung ihrer Familie in der Stalinzeit Kommunistin geblieben ist, dem Mord an einem Ikonenhändler aus Russland, der einen Antiquitätenhändler schwer erschüttert, einem ehemaligen Minister aus Afghanistan, dem im Exil kein Neuanfang zu gelingen scheint, und dessen Sohn, der vom Krieg gezeichnet ist.

Nolls klarer Blick auf die Menschen prägt diesen Band. Zugleich spiegelt sich in den Geschichten sein bewegtes Leben in der DDR, im West-Berlin der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre und sein Leben in Israel heute.

Der Eintritt in die Kleine Synagoge ist frei. Der Abend ist eine Gemeinschaftveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Erfurt.

Ein Veranstaltungsplakat steht hier zum Download zur Verfügung.

Wir sind Juden aus Breslau – Premiere in Erfurt

Am 21. Februar 2017 zeigt der Kinoklub am Hirschlachufer um 19 Uhr als Erfurter Premiere den Kinofilm „Wir sind Juden aus Breslau“ der Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies.

Beide werden anwesend sein, ebenso wie der jüdische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum sowie langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang M. Nossen. Er ist einer der Protagonisten des Films.

Weitere Termine sind der 20. und 22.02.2017, jeweils um 19 Uhr.

Die Regisseure sagen über ihren Film:

Die Idee zu diesem Film wurde an uns Regisseure von der Slavistin und Autorin Maria Luft, (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg) herangetragen, die seit Jahrzehnten eine enge Bindung zum heutigen Wrocław hat. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept, möglichst viele hochbetagte jüdische Überlebende in das Filmprojekt miteinzubeziehen. Es war also von Anfang an erklärte Absicht, nicht ein individuelles Schicksal oder das einiger weniger in den Fokus zu rücken, sondern ein Generationenporträt derjenigen zu zeigen, die 1933 Kinder oder Jugendliche waren und eigene Erinnerungen an diese Zeit haben. Die Breslauer Juden haben weder in Deutschland noch in Polen einen Platz im öffentlichen Bewusstsein – obwohl hier die drittgrößte jüdische Gemeinde der Zwischenkriegszeit in Deutschland lebte. Der Film versucht, diese Lücke zu schließen. Mit Unterstützung von Maria Luft und der Historikerin Katharina Friedla (Gedenkstätte Yad Vashem/Israel), die sich in ihrer Doktorarbeit mit „Juden in Breslau/Wroclaw 1933–1949. Überlebensstrategien, Selbstbehauptung und Verfolgungserfahrungen“ befasst hat, gelang es, Protagonisten zu finden, die einen wirklich repräsentativen Eindruck ihrer Generation und der Zeit vermitteln können. Uns Regisseuren ist bewusst, dass jede einzelne mitwirkende Person einen eigenen Film verdient hätte. An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dieses Vorgehen nicht dem Grundgedanken dieses Projekts entsprochen hätte. Alle Protagonisten des Films waren und sind von der Intention angetan und stehen hinter dem Konzept. Wir Regisseure verneigen uns in Demut vor den Lebensläufen dieser wunderbaren Menschen und hoffen, einen Beitrag dazu zu leisten, dass all ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten.

Die Idee zu diesem Film wurde an uns Regisseure von der Slavistin und Autorin Maria Luft, (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg) herangetragen, die seit Jahrzehnten eine enge Bindung zum heutigen Wrocław hat. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept, möglichst viele hochbetagte jüdische Überlebende in das Filmprojekt miteinzubeziehen.

Es war also von Anfang an erklärte Absicht, nicht ein individuelles Schicksal oder das einiger weniger in den Fokus zu rücken, sondern ein Generationenporträt derjenigen zu zeigen, die 1933 Kinder oder Jugendliche waren und eigene Erinnerungen an diese Zeit haben. Die Breslauer Juden haben weder in Deutschland noch in Polen einen Platz im öffentlichen Bewusstsein – obwohl hier die drittgrößte jüdische Gemeinde der Zwischenkriegszeit in Deutschland lebte.

Der Film versucht, diese Lücke zu schließen. Mit Unterstützung von Maria Luft und der Historikerin Katharina Friedla (Gedenkstätte Yad Vashem/Israel), die sich in ihrer Doktorarbeit mit „Juden in Breslau/Wroclaw 1933–1949. Überlebensstrategien, Selbstbehauptung und Verfolgungserfahrungen“ befasst hat, gelang es, Protagonisten zu finden, die einen wirklich repräsentativen Eindruck ihrer Generation und der Zeit vermitteln können.

Uns Regisseuren ist bewusst, dass jede einzelne mitwirkende Person einen eigenen Film verdient hätte. An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dieses Vorgehen nicht dem Grundgedanken dieses Projekts entsprochen hätte. Alle Protagonisten des Films waren und sind von der Intention angetan und stehen hinter dem Konzept. Wir Regisseure verneigen uns in Demut vor den Lebensläufen dieser wunderbaren Menschen und hoffen, einen Beitrag dazu zu leisten, dass all ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten.

Gottesdienst zum Internationalen Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar 945 wurde das KZ Auschwitz-Birkenau von den Soldaten der Roten Armee befreit. Seit 1996 ist dieser Befreiungstag ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Am Sonntag, dem 29. Januar, findet um 17 Uhr im „Haus der Versöhnung“ im Augustinerkloster ein Gottesdienst statt, zu dem das katholische Bistum und der Evangelische Kirchenkreis Erfurt zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen einladen.

Juden vor allen, aber auch Christen, Sinti und Roma und Kommunisten, Menschen mit Behinderung , Wissenschaftler, Künstler, Dichter, Homosexuelle, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, Journalisten, Kriegsgefangene, Deserteure, Zwangsarbeiter wurden in den Konzentrationslagern umgebracht, Männer, Frauen und Kinder. Gemordet von Menschen, mit industrieller Unerstützung, angeordnet von Nationalsozialisten, hingenommen wie unterstützt von der deutschen Bevölkerung. Grausamkeit, Gemeinheit, Gier, Bosheit, Mord, Lügen, Mitleidlosigkeit – wie durch geöffnete Schleusentore ergossen sich diese Haltungen. Einer der hellsichtigsten Kommentatoren des „Dritten Reiches“, Sebastian Haffner, schrieb darüber, dass die kriminelle Dynamik des NS-Regimes sich darauf richtete, im deutschen Volk Raubtierinstinkte zu wecken und sie in Mordbereitschaft besonders gegen die Juden zu verwandeln.

Warum müssen wir uns erinnern? Weil der Nationalsozialismus „zu einer Menschheitskrise allerersten Ranges“ führte, „in der die physische Existenz der Gattung Mensch in Frage gestellt“ wurde (S. Haffner). Und damit Trauer und Leid um die vielen Opfer ihren Ausdruck finden, damit wir wachsam bleiben und so der Gefahr einer Wiederholung vorgebeugt wird.

Aus der Erinnerung kann sich eine Haltung entwickeln: menschlich, deutlich, treu und mitfühlend. Für vielfältige Lebensmöglichkeiten und Lebensentwürfe einzutreten, ist eine aktuelle Herausforderung. Menschlichkeit, Schutz vor Ausgrenzung und Schutz vor physischer oder psychischer Vernichtung, werden auch in unseren Tagen verhandelt.