Ministerpräsident Ramelow greift Impuls des Gedenkgottesdienstes auf

„In dieser von Schmerz und Trauer geprägten Stunde legen wir unser demokratisches Bekenntnis ab; wir bekennen:
Gemeinsam wollen wir weiter an einer freiheitlichen, einer inklusiven Gesellschaft arbeiten, in der Flüchtlinge und Zuwanderer respektiert werden. Minderheiten sollen sich bei uns gleichberechtigt entfalten können, ohne dass sie ihre Kultur aufgeben oder ihre Wurzeln leugnen müssen. Dies ist unsere Verantwortung gegenüber der Geschichte. Diese Verantwortung speist sich aus der Erinnerung an die barbarischen Verbrechen, die im Namen unseres Volkes geschehen sind.“

Mit diesen Worten schloss Ministerpräsident Bodo Ramelow sein Grußwort in der Gedenkstunde des Thüringer Landtags zum 27. Januar 2015, 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Dabei nahm er auch Impulse aus dem Ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Holocaust am 25.01.2015 im Erfurter Augustinerkloster auf.

Ramelow sagte: „An was können wir uns als Gesellschaft orientieren? Woher können wir Klarheit bekommen für unser heutiges und zukünftiges Handeln?
Ich will ein Beispiel nennen: Besa! Das albanische Wort für „Versprechen“.
Die Bevölkerung dieses kleinen und armen Landes hatte 1934 zweihundert jüdische Bewohner. 1945 wurde die Anzahl der jüdischen Mitmenschen geschätzt auf 1.800.
Jüdische Flüchtlinge vertrieben aus ihrer Heimat durch den deutschen Rassenwahn, bekamen Heimat und Schutz in Albanien.
Besa, das Versprechen, ist bei der muslimischen Bevölkerung ein heiliges Prinzip. Die albanischen Familien, muslimischen Glaubens, haben die jüdischen Flüchtlinge vor der deutschen Vernichtung unter Einsatz des eigenen Lebens beschützt.
Wir müssen durch unser alltägliches Tun beweisen: Die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen und Deutschland sind tolerant und weltoffen. Wir sind wachsam gegenüber allen Versuchen, die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft auszuhöhlen und wir müssen für uns erkennen, was für uns heute Besa bedeutet.“

Auf seiner persönlichen Website fügt er an: „Ich kann nur Danke sagen, für diese klaren Worte, die da am Sonntag im Augustinerkloster gesprochen wurden.“

 

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