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Das Lutherprojekt (1)

Im Mittelalter trug die Figur der synagoga eine Augenbinde. Das jüdische Volk repräsentierend stand sie der stolzen ecclesia, der Kirche, gegenüber. Am Erfurter Dom wie auch zum Beispiel in Straßburg oder Bamberg sind die beiden zu sehen. Durch die verbundenen Augen brachten die Christen die „Blindheit“ des Judentums gegenüber Christus, ihrem Herrn, zum Ausdruck.

An seinem 532. Geburtstag trägt Martin Luther – auf dem Denkmalpodest am Erfurter Anger stehend – ebenfalls eine Augenbinde. Sie ist Ausdruck seiner „Blindheit“ gegenüber den Juden. Luther konnte und wollte nicht sehen, wie Juden sich verstehen.
Dass sie mit der Tora, den Geboten, Gott dienen, so wie Christen ihm dienen durch Gottes Wort in Jesus Christus – das mochte er nicht gelten lassen.
Entwurf Lutherdenkmal 2
Ein goldene Schärpe trägt der Reformator der Kirche an seinem Geburtstag. Denn er hat die Kirche zurückgeführt zu ihre Quelle, zu Gottes Wort in der Bibel. Aber zugleich ist er mit Blindheit und Unverständnis geschlagen. Dass Israel, das jüdische Volk, von Gott geliebt ist, wie ebenso in der Bibel Alten wie Neuen Testaments zu lesen ist – Martin Luther hat es nicht glauben wollen.
Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen
zu 500 Jahre Reformation
am Anger Erfurt:

10. November 2015, von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr.